Urnennischenwand

- Künstler*in
- Schang Hutter
- Jahr
- 1994
- Material
- Zement, Gusseisen
- Ort
- Friedhof Bümpliz, Bottigenstrasse 40
Geschichte des Werks
Im westlichen Teil des Friedhofs Bümpliz, der 1994 eröffnet wurde, stehen drei Urnenwände, die wie ein Fächer angeordnet sind. Ihre Nischen und Platten sind mit Reliefs und Figuren des Solothurner Bildhauers Schang Hutter besetzt; die städtische Liste nennt Zement und Gusseisen als Material. Nach der Broschüre der Stadt Bern zum Friedhof gehören dazu Köpfe aus Gusseisen mit zwei Gesichtern, die auf Janus verweisen, den römischen Gott von Anfang und Ende. Einige Platten tragen zudem Verse von Friedrich Hölderlin und Peter Bichsel sowie einen Vers aus einem mittelalterlichen Totentanz.
Die Erweiterung hat eine längere Vorgeschichte. Mit den Grosssiedlungen, die zwischen 1958 und 1986 in Bümpliz entstanden, wuchs die Bevölkerung stark, und der Friedhof brauchte mehr Raum. 1987 schrieb die Stadt einen Ideenwettbewerb aus, den die Architekten Ueli Schweizer und Walter Hunziker aus Bern gewannen. Ihr Entwurf sah eine Fussgängerbrücke über die Heimstrasse vor; weil dafür die Strasse hätte abgesenkt werden müssen, wurde das Projekt überarbeitet und schliesslich ohne Brücke gebaut. Die Arbeiten begannen 1992. Laut Wikipedia gestalteten die Architekten die Anlage zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Franz Vogel und mit Hutter; ein Foto in der Broschüre zeigt Hutter und Schweizer beim Prüfen der gegossenen Reliefplatten auf der Baustelle.
Hutter (1934–2021) lernte nach dem Historischen Lexikon der Schweiz von 1950 bis 1954 Steinbildhauer im Betrieb seiner Eltern, besuchte die Kunstgewerbeschule Bern und studierte anschliessend bis 1961 in München. Das Lexikon zählt ihn zu den herausragenden figurativen Bildhauern des Landes und beschreibt seine Gestalten als marionettenhaft und verletzlich. Landesweit bekannt wurde 1998 seine Eisenplastik „Shoah“: Er stellte sie vor dem Bundeshaus auf, wenige Tage später liess die Freiheits-Partei der Schweiz sie nachts wegtransportieren, und es folgte eine heftige öffentliche Debatte (Wikipedia).
Seit der Eröffnung hat die Natur die Anlage sichtbar verändert. Laut der Broschüre wachsen auf den einst glatten Betonteilen heute Moos und Flechten, und auch die Reliefs tragen Spuren der Witterung. Manche Inschriften sind darum schwer zu lesen; die Broschüre schlägt vor, die Buchstaben mit dem Finger nachzufahren.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Stadt Bern: Broschüre Friedhof Bümpliz (2018) · Wikipedia (de): Friedhof Bümpliz · Wikipedia (de): Schang Hutter · HLS: Schang Hutter · SIKART: Schang Hutter · Wikimedia Commons: Reliefs und Statuen in Urnenwänden (Schang Hutter 1994)
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Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“). Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.