Kenotaph

- Künstler*in
- Walter Kretz
- Jahr
- 2002
- Material
- Beton gemischt aus schwarzem Sand und schwarzem Kies, Eisen
- Ort
- Bremgartenfriedhof, Murtenstrasse 51, Haupteingang
Über das Werk
Im Wartehäuschen der ehemaligen Bushaltestelle steht das Werk Kenotaph von Walter Kretz. Es verweist auf den dahinterliegenden Bremgartenfriedhof. Ein Kenotaph ist ein Scheingrab, in dem keine sterbliche Überreste bestattet sind und das als Gedenkstätte dient.
Walter Kretz wählte für sein Kenotaph eine schlichte Form. Sie ähnelt einem halb im Boden versunkenen und im Massstab verkleinerten Gebäude, welches sich in die Bauten an der Murtenstrasse einreiht. Gleichzeitig erinnern die Formgebung und das gewählte Material an einen Sarkophag. Dahinter stehen drei symbolische Tragbahren aus Eisen. Sie wurden zu Anschlagbrettern umfunktioniert, auf denen bis vor einiger Zeit die von der Grabmalkommission ausgezeichneten Grabstätten präsentiert wurden.
Text: Ba Berger, 2022. Quelle: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“).
Geschichte des Werks
Vor dem Haupteingang des Bremgartenfriedhofs steht in einem früheren Wartehäuschen des öffentlichen Verkehrs, das zur Murtenstrasse hin offen ist, eine Installation, die Walter Kretz 2002 geschaffen hat. Ihr Titel „Kenotaph“ bezeichnet ein leeres Grab: ein Denkmal für Verstorbene, deren sterbliche Überreste nicht dort liegen. Der Block besteht aus Beton, dem schwarzer Sand und schwarzer Kies beigemischt wurden; dazu kommen Teile aus Eisen. Wikimedia Commons beschreibt die Arbeit als Gedenkstätte für die letzte Reise.
Nach der Beschreibung von Kultur Stadt Bern wirkt die schlichte Form wie ein verkleinertes Haus, das zur Hälfte im Boden versinkt und sich so in die Häuserreihe an der Murtenstrasse einfügt; zugleich erinnern Form und Material an einen Sarkophag. Hinter dem Block stehen drei eiserne Tragbahren. Sie wurden laut denselben Angaben zu Anschlagbrettern umgebaut, auf denen eine Zeit lang die von der Grabmalkommission prämierten Grabstätten vorgestellt wurden.
Kretz kam am 18. Dezember 1942 in Steckborn zur Welt (SIKART). Wikipedia zufolge gab er nach einem Besuch beim Bildhauer Gustave Piguet den Weg zur Matura auf und lernte bei Hans Brogni in Nidau Steinbildhauer. Seit 1958 lebt er in Bern. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen das Betonrelief bei der Schanzenpost von 1971 und der „Flügel“ im Quartier Wittigkofen von 1983, den Kinder dort „Elefantenohr“ nennen. Laut SIKART unterrichtete er von 1975 bis 2008 an den Schulen für Gestaltung in Bern und Biel und war von 1999 bis 2008 Dozent an der Hochschule der Künste Bern.
Mit dem Friedhof verband ihn auch seine Tätigkeit als Sachverständiger für Grabmäler bei der Berner Friedhofverwaltung; 2001 lancierte er an der Hochschule der Künste ein Forschungsprojekt zur Gestaltung von Grabzeichen (Wikipedia). Der Friedhof hinter dem Häuschen wurde Ende 1864 eröffnet und ist mit rund 16 Hektaren der zweitgrösste der Stadt. Wer von hier aus weitergeht, trifft im Feld H4 auf ein zweites Werk von Kretz, den Gedenkstein am Anatomiegrab.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Kultur Stadt Bern, Kunst im öffentlichen Raum (offene Daten) · Wikimedia Commons: Kategorie Installation Kenotaph (Walter Kretz 2002) · SIKART: Walter Kretz · Wikipedia (de): Walter Kretz · Wikipedia (de): Bremgartenfriedhof · Stadt Bern: Broschüre Bremgartenfriedhof (2023)
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Daten: Kultur Stadt Bern (offene Daten „Kunst im öffentlichen Raum“). Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.