Bernerhof
Der Bernerhof an der Bundesgasse 3 in Bern war ab 1859 ein Grandhotel und ist seit 1924 Sitz des Eidgenössischen Finanzdepartements.

- Adresse
- Bundesgasse 3
- Baujahr
- 1856–1858, eröffnet 1859; Umbau 1907/08
- Architekt
- Jakob Friedrich Studer und Johann Carl Dähler
- Stil
- Spätklassizismus, 1907/08 überformt
- Heute
- Sitz des Eidgenössischen Finanzdepartements
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Westlich des Bundeshauses, an der Bundesgasse 3, steht ein breiter Bau mit Mansarddächern, Giebeln und zwei vorspringenden Seitenflügeln, die einen kleinen Hof bilden. Von der Aare her gesehen gehört er zur langen Silhouette über dem Hang. Kaum etwas verrät von aussen, dass hier über sechzig Jahre lang ein Luxushotel betrieben wurde.
Bauherr war der Kronenwirt Jean Kraft. Nachdem Bern 1848 Sitz der Bundesbehörden geworden war, rechnete er mit Bedarf an einem gehobenen Hotel für Parlamentarier und Staatsgäste. 1854 kaufte er der Stadt den Bauplatz neben dem neuen Bundes-Rathaus ab, wo noch das Obere Marzilitor von 1622–1624 stand. Die Pläne zeichneten Johann Carl Dähler und Jakob Friedrich Studer, die Bauleitung hatte Joseph Charles Bardy. Gebaut wurde 1856 bis 1858; am 1. Januar 1859 öffnete das Hotel mit 123 Zimmern. Es war nach Wikipedia das erste Hotel der Schweiz mit Zentralheizung. Kraft wollte es zuerst „Hôtel de la Couronne“ nennen, deshalb ist über dem Haupteingang eine Krone in den Stein gehauen. Zu den Gästen zählten Napoleon III., König Chulalongkorn von Siam und Roald Amundsen.
1866 und 1875 kamen Gartenpavillons und Seitenflügel dazu. 1907/08 liessen Krafts Söhne das Haus durch die Luzerner Architekten Vogt & Balthasar aufstocken und mit Runderker, Balkonen und neuen Salons umbauen; nun gab es 162 Zimmer. Mit dem Ersten Weltkrieg blieben die Gäste aus. 1923 verkaufte die Witwe des letzten Hoteliers das Haus dem Bund, der Preis betrug 2,9 Millionen Franken, und nach einem Umbau zog 1924 das Finanzdepartement ein.
Im Innern sind der dreigeschossige Lichthof mit feinen Gusseisensäulen und Geländern aus der Bauzeit sowie ein grosses halbrundes Treppenhaus erhalten. Bei der Gesamtsanierung durch das Bundesamt für Bauten und Logistik – nach dem Bauinventar 2002 bis 2005, nach Bund und Wikipedia 2004/05 – wurden die Salons im Erdgeschoss für Staatsempfänge wiederhergestellt. Das Bauinventar führt den Bau als Kulturgut von nationaler Bedeutung, Wikidata als Kulturgut von lokaler Bedeutung.
Ein Detail zum Suchen: die steinerne Krone über dem Eingang, Erinnerung an den nie verwendeten Hotelnamen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bundesgasse 3 · Eidgenössisches Finanzdepartement: The Bernerhof · Wikipedia (de): Bernerhof · Wikidata: Q824621
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