Bienzhaus in Bümpliz
Das Bienzhaus an der Bernstrasse 77 ist ein Bauernhaus von 1854 im alten Dorfkern von Bümpliz und heute ein Treffpunkt mit Bibliothek.

- Adresse
- Bernstrasse 77
- Baujahr
- 1854 (Umbau 1996–1999)
- Architekt
- unbekannt; Umbau Kurt M. Gossenreiter
- Stil
- ländlich-traditioneller Riegbau mit Ründi
- Heute
- Begegnungszentrum Bienzgut mit Bibliothek
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Wer in Bümpliz von der Kirche zur Strassengabelung geht, sieht ein langes Bauernhaus, das längs zur Bernstrasse steht. Unter dem riesigen abgewalmten Dach öffnet sich an der Stirnseite eine Ründi, der typische hölzerne Bogen bernischer Bauernhäuser. Die Front zeigt ein kräftiges, regelmässiges Riegwerk, an den Seiten laufen lange Lauben mit geschwungenen Büge entlang. Der Wohnteil ruht auf einem Sockel aus Sandstein mit gewölbtem Keller, der angebaute Ökonomieteil im Südwesten auf Kalkstein.
Schon ein Plan von 1688 zeigt an dieser Stelle ein Gebäude. Das heutige Haus liess eine Familie König 1854 auf den Grundmauern eines strohgedeckten Vorgängers errichten, den der Maler Franz Niklaus König um 1800 auf einem Bild der Kirche festhielt. Durch die Heirat von Marianne König mit Fritz Bienz, der vorher das Statthaltergut gepachtet hatte, ging der Hof im späten 19. Jahrhundert an die Familie über, nach der er heute heisst. Vier Generationen später, 1964, zog Peter Bienz-Pauli mit dem Betrieb nach Belp. Die Stadt Bern besass das Gut bereits seit 1945.
Aus dem Hof wurde ein Begegnungszentrum. 1995 gewann der Architekt Kurt M. Gossenreiter ein Auswahlverfahren unter sechs Büros, von 1996 bis 1999 wurde umgebaut. Im grossen Ökonomieteil liegt auf zwei Geschossen eine Zweigstelle der Kornhausbibliotheken, verbunden durch eine offene, stufenförmige Aula; im Wohnteil richtete die Stadt Büros für ihren Sozialdienst ein. Vor Baubeginn legten Archäologen Mauern eines römischen Gutshofs und frühchristliche Gräber frei. Im Juni 1999 wurde das Zentrum mit einem Volksfest eröffnet.
Achten Sie auf die Eingänge aus Glas und Stahl, die an die Stelle der alten Tenntore getreten sind. Im Boden der Bibliothek erlaubt ein schmales Glasfenster den Blick auf ein römisches Fundament. Das mächtige Dach wurde bewusst nicht ausgebaut und blieb ohne Dachfenster; der Dachraum dient heute für Anlässe, im Gewölbekeller wird Bier gebraut. Zusammen mit Ofenhausstöckli und Remise bildet das Haus das Bienzgut. Das Bauinventar stuft es als schützenswert ein, als einen der wenigen Zeugen des einstigen Bauerndorfs.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bernstrasse 77 · Berner Zeitschrift für Geschichte: Öffentliche Bauten (Bienzgut, S. 97–100) · Bienzgut (eigene Website) · Wikipedia (de): Kulturgut (Bümpliz) · Wikidata: Q114096262
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