Reformierte Kirche Bümpliz
Die reformierte Kirche an der Bernstrasse 85 in Bümpliz wurde 1666 nach einem Brand von Werkmeister Abraham Dünz dem Älteren neu gebaut.

- Adresse
- Bernstrasse 85
- Baujahr
- 1666 (Neubau nach Brand); Turm im Kern spätmittelalterlich
- Architekt
- Abraham Dünz der Ältere, Werkmeister
- Stil
- Barocker Predigtsaal
- Heute
- Reformierte Kirche im alten Dorfkern von Bümpliz
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Leicht erhöht auf einem von Mauern gefassten Hügel steht die Kirche im alten Ortskern von Bümpliz. Der einfache barocke Predigtsaal hat einen Chor mit drei Seiten, die Aussenwände gliedern nur hohe Rundbogenfenster. An der Südostseite ragt der Turm auf; seine unteren Geschosse stammen nach dem Bauinventar wohl noch aus dem Spätmittelalter, darüber sitzen eine hölzerne Glockenstube und ein spitzer Helm.
Der Ort ist sehr alt. Laut Historischem Lexikon der Schweiz entstand die Mauritiuskirche im Frühmittelalter über einem römischen Gutshof; eine Holzkirche ist für das 7. bis 9. Jahrhundert belegt, weitere Bauten folgten im 10./11. und im 13./14. Jahrhundert, und 1228 wird die Kirche erstmals erwähnt. Das Lexikon datiert den Gutshof ins 1. bis 3. Jahrhundert, das Bauinventar spricht von einer römischen Villa des 2. Jahrhunderts. 1235 schenkte Kaiser Friedrich II. den Kirchensatz der Deutschordenskommende Köniz.
Nachdem die Vorgängerkirche abgebrannt war, baute der Berner Werkmeister Abraham Dünz der Ältere sie 1666 weitgehend neu. Von ihm stammen auch Kanzel und Taufstein im Chor; der Taufstein hat die Form eines Blattkelchs. 1678 wurde der Chor erweitert, 1776 kamen eine barocke Felderdecke und eine geschwungene Orgelempore hinzu. Karl Indermühle baute einen Konfirmandensaal und verlängerte den Saal; das Inventar nennt dafür im Text 1914 und 1923, in der Bauchronik 1915 und 1924. 1952 folgte eine Erweiterung durch Peter Indermühle, 1963 eine Renovation, bei der eine Säulenvorhalle aus dem 19. Jahrhundert verschwand. Das Chorfenster von 1982 geht auf Felix Hoffmann zurück.
Ein besonderes Stück ist das Grabmal für Abraham Samuel Lombach an der südöstlichen Längswand, 1779 von Johann Friedrich Funk II. geschaffen: Über einer Schrifttafel aus dunkelgrauem Merliger Marmor liegt eine weinende Frauenfigur aus weissem Carrara-Marmor. Die Familie Lombach gehörte laut Lexikon zu den Inhabern der Herrschaft Bümpliz. Seit 1919 ist Bümpliz Teil der Stadt Bern, die Kirche bleibt der Mittelpunkt der kleinen kirchlichen Häusergruppe im Dorfkern.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bernstrasse 85 · Historisches Lexikon der Schweiz: Bümpliz · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Alt Bümpliz · Wikidata: Q114038016
Bauten in der Nähe
Bienzhaus in Bümpliz50 mBauernhaus Isenschmidhof an der Glockenstrasse 550 mDoppelwohnhaus an der Bümplizstrasse 120/122170 mSchulanlage Statthalter270 mAltes Dorfschulhaus Bümpliz330 mohne TitelKunstwerk · 60 mDavidbrunnenKunstwerk · 120 mohne TitelKunstwerk · 130 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.