Brunnenpumphaus an der Brunnmattstrasse
Das Brunnenpumphaus an der Brunnmattstrasse 10 in Bern wurde 1585 für die Trinkwasserversorgung der Stadt gebaut und lief als Pumpwerk bis 1911.

- Adresse
- Brunnmattstrasse 10
- Baujahr
- 1585; Erneuerung 1730
- Architekt
- unbekannt; Pumpwerk 1585 nach Niklaus Strasser, später Maschinenfabrik Louis Giroud
- Stil
- Riegbau auf gemauertem Sockel
- Heute
- Kindergarten und Museum des historischen Pumpwerks
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Zwischen neueren Wohnbauten im Mattenhof steht an der Brunnmattstrasse 10 ein Fachwerkhaus mit auffallend hohem Dach, das auf allen Seiten abgewalmt ist. Es ruht auf einem gemauerten Sockel, an der Nord- und Südseite laufen hölzerne Lauben entlang, im Süden steht ein Brunnentrog aus Kalkstein. Das Haus wirkt in seiner Umgebung fremd – und gerade dadurch erinnert es daran, wie stark sich das Quartier verändert hat.
Gebaut wurde es 1585, um Bern mit mehr Trinkwasser zu versorgen. Die Stadt wuchs, und die Brunnen reichten nicht mehr. Das Wasser aus den Quellen am Gurten und in der Brunnmatt musste aber in das rund zehn Meter höher gelegene Brunnhaus des Küngsbrunnens gehoben werden, von wo es mit Gefälle in die Stadt floss. Nach mehreren gescheiterten Versuchen zeigte Niklaus Strasser, Pfarrer im zürcherischen Stallikon, eine Lösung, die funktionierte: Drei hintereinander angeordnete Wasserräder trieben sechs Druckkolbenpumpen an. Die Energie lieferte ein Kanal des Stadtbachs, dessen Wasser hier herabstürzte. Durch hölzerne Röhren, sogenannte Deuchel, gelangte das Trinkwasser in die Stadt.
1730 musste das Brunnhaus für mehr Leistung weitgehend erneuert werden, wobei Teile des Altbaus wiederverwendet wurden. Im 19. Jahrhundert baute die Maschinenfabrik Louis Giroud aus Olten ein neues Pumpwerk mit einer liegenden Wasserturbine und vier Kolbenpumpen ein; Wikipedia nennt dafür im Text 1881, in der Einleitung den Betrieb ab 1885. 1911 wurde das Pumpwerk stillgelegt, weil Bern sein Wasser nun aus neuen Quellen im Emmental und aus Grundwasser bei Uttigen bezog.
Das Haus gehört der Stadt Bern; im Obergeschoss ist ein Kindergarten untergebracht. 1981 wurde es saniert. Die alte Maschinerie im Sockelgeschoss wurde von Freiwilligen wieder in Gang gebracht und ist seit Februar 2024 als kleines Museum zugänglich. Nach Wikipedia ging das auf einen 1981 gegründeten Verein zurück; der heute zuständige Verein Brunnhaus Brunnmatt gibt als Gründungsdatum den 9. Februar 2022 an.
Ein Detail zum Suchen: der Kalksteintrog an der Südseite, ein sichtbarer Hinweis auf die einstige Aufgabe des Hauses.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Brunnmattstrasse 10 · Wikipedia (de): Brunnenpumphaus · Verein Brunnhaus Brunnmatt · Wikidata: Q29651666
Bauten in der Nähe
Villette-Villen an der Laupenstrasse330 mReformierte Inselkapelle350 mLoryspital430 mVilla Frisching mit Kocherpark430 mInstitutsgebäude der Universität Bern an der Baltzerstrasse580 mEchoKunstwerk · 100 mOld FriendsKunstwerk · 110 mAinas, ägyptische Gottheit der HeilkundeKunstwerk · 120 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.