Loryspital
Das Loryspital beim Inselspital in Bern, 1926–1930 von Salvisberg und Brechbühl erbaut, gilt als Berns erstes Gebäude der klassischen Moderne.

- Adresse
- Freiburgstrasse 41
- Baujahr
- 1926–1929 (KGS, Lexikon) bzw. 1929/30 (Bauinventar); eingeweiht 21. Oktober 1929
- Architekt
- Otto Rudolf Salvisberg und Otto Brechbühl
- Stil
- Klassische Moderne
- Heute
- Teil des Inselspitals (C. L. Lory-Haus); Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Auf dem Gelände des Inselspitals, über dem Hang zum Loryplatz, steht ein langer, heller Betonbau mit weit vorkragenden Balkonplatten: das Loryspital, dessen Haupteingang die Aufschrift C. L. Lory-Haus trägt. Die Beschreibung im Schweizer Kulturgüterinventar und das Historisch-Topographische Lexikon der Stadt Bern sehen darin das erste Gebäude Berns im Stil der klassischen Moderne. Es ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Der Name erinnert an den Kaufmann Carl Ludwig Lory (1838–1909) aus Münsingen, der in Moskau mit Farbwaren und Chemikalien handelte. In seinem Testament von 1904 setzte er die Inselkorporation als Haupterbin ein; nach dem Lexikon vermachte er rund 3,5 Millionen Franken für ein neues Krankenhaus. Das Geld war an Bedingungen geknüpft: Es durfte nur für Neubauten der Pflege eingesetzt werden, nicht für den Betrieb. Erst 1919 kaufte man damit Land, den Landsitz auf dem Engländerhubel, und erst ein neues Gesetz von 1923 sicherte die Betriebskosten.
Den Wettbewerb von 1924/25 gewannen Otto Rudolf Salvisberg und sein Partner Otto Brechbühl. Als Bauzeit geben die Kulturgüterbeschreibung und das Lexikon 1926 bis 1929 an, das Bauinventar 1929/30; die Einweihung fand am 21. Oktober 1929 statt, an Lorys Geburtstag. Nach Norden zeigt es sich als geschlossener, streng rechteckiger Block mit kleinen, eingeschnittenen Fenstern unter einem fast flachen Walmdach. Die Südseite dagegen ist in waagrechte Schichten gegliedert: An den Seiten liegen verglaste Liegeveranden, deren Kragplatten als Balkone über die ganze Front laufen und an den Enden weit ausschwingen. Dahinter liegen die Patientenzimmer, nach Norden die Betriebsräume. In der Mittelachse der Nordseite tritt der zweigeschossige Eingangsbau mit einem langen, dünnen Vordach hervor.
Umbauten folgten 1956/57, von 1984 bis 1987 eine Gesamtrenovierung unter dem Architekten Ulyss Strasser und 2017 ein weiterer Umbau. Zum Haus gehört eine bedeutende Gartenanlage, in der sich Gärten des 19. Jahrhunderts mit solchen der Moderne verbinden. Der Platz unterhalb trägt seit 1974 den Namen des Stifters. Ein Detail zum Suchen: der Schriftzug „C. L. Lory-Haus“ über dem Haupteingang.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Freiburgstrasse 41 (vor 2023: 41G) · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Loryspital · KGS-Inventar (Text GSK-Kunstführer): Loryspital, KGS 712 · Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern: Loryspital · Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern: Loryplatz · Wikipedia (de): Inselspital · Wikipedia (de): Carl Ludwig Lory · Wikipedia (de): Otto Rudolf Salvisberg · Wikidata: Q19362503
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