Doppelwohnhaus an der Marienstrasse 22/24
Ein sienarot verputztes Doppelwohnhaus von 1887 an der Marienstrasse im Berner Kirchenfeld, gebaut von Eugen Stettler für die Kirchenfeld-Baugesellschaft.

- Adresse
- Marienstrasse 22, Marienstrasse 24
- Baujahr
- 1887
- Architekt
- Eugen Stettler, Bern
- Stil
- Historismus mit Renaissance-Sgraffito
- Bauherrschaft
- Kirchenfeld-Baugesellschaft
- Schutz
- schützenswert, Baugruppe Kirchenfeld
- Umbauten
- 1891, 1893, 1917, 1936, 1945, 2010
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Schon von weitem fällt an der Marienstrasse 22 und 24 die Farbe auf: Das Doppelhaus von 1887 ist sienarot verputzt, und dieser Rotton ist laut Denkmalpflege noch der ursprüngliche. Der Baukörper hat einen stark betonten Mittelteil und über Eck gestellte Treppenhausachsen, alles unter flachen Walmdächern.
Der Mittelteil ist durch ein niedriges Zwischengeschoss, ein Mezzanin, erhöht. Dort wechseln Fenster mit Feldern in Renaissance-Sgraffito, einer Technik, bei der Muster in verschiedenfarbige Putzschichten gekratzt werden. Der Putz ist auch sonst gemustert, mit Feldern und Bändern. Die Achsen sind unregelmässig verteilt und doch symmetrisch angeordnet; im Obergeschoss wechseln Medaillons und runde Fenster oder Nischen. An den Schmalseiten liegen bündig mit der Gartenfront vieleckige Erkerzimmer mit Veranden darüber.
Eugen Stettler (1840–1913) hatte an der École des Beaux-Arts in Paris studiert und war 1867–1876 Stadtbauinspektor von Bern. Ab 1887 gehörte er der Kirchenfeld-Baugesellschaft an, und die Quartiergeschichte der Denkmalpflege nennt ihn deren Hauptarchitekten: Die meisten Villen auf der Südseite der Marienstrasse gehen auf ihn zurück. Auch dieses Haus baute er für die Gesellschaft, ein Jahr später, 1888, zudem das Holz- und Gartenhaus Nr. 22B.
Das Haus wuchs mit seinen Bewohnern: 1891 ein Anbau an Nr. 22, 1893 eine Veranda an Nr. 24, 1917 Dachfenster, 1936 und 1945 Garagen und 2010 ein weiterer Anbau an Nr. 24. Den Charakter der Bauzeit hat es dennoch bewahrt. Es ist als schützenswert eingestuft und gehört zur Baugruppe Kirchenfeld. Ein paar Häuser weiter steht mit Nr. 30/32 eine Variante desselben Architekten. Achten Sie auf die Sgraffitofelder am Mittelteil.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Marienstrasse 22, 24, 22B · Historisches Lexikon der Schweiz: Eugen Stettler · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern · Bauinventar der Stadt Bern: Marienstrasse 30, 32 · Wikidata: Q106611970
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