Doppelwohnhaus an der Marienstrasse 26/28
Eine schlichte Doppelvilla von 1890 an der Marienstrasse im Berner Kirchenfeld: Eugen Stettlers Bau mit zwei Treppentürmen und heimischem Walmdach.

- Adresse
- Marienstrasse 26, Marienstrasse 28
- Baujahr
- 1890
- Architekt
- Eugen Stettler, Bern
- Stil
- traditionell-klassizistisch, Putzbau mit Sichtbacksteinlisenen
- Bauherrschaft
- Kirchenfeld-Baugesellschaft
- Schutz
- schützenswert, Baugruppe Kirchenfeld
- Umbauten
- 1903–1949 mehrere Anbauten; 1979 und 1994 Umbau
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Zwischen den Doppelhäusern Nr. 22/24 und Nr. 30/32 steht an der Marienstrasse 26 und 28 ein weiteres Werk von Eugen Stettler, gebaut 1890. Der längliche Baukörper liegt unter einem Walmdach, und zwei Treppenhausvorbauten mit steilen Helmdächern geben ihm einen Rhythmus. Der Putzbau hat Lisenen aus zweifarbigem Sichtbackstein sowie Einfassungen und Gesimse aus Haustein. Die Knäufe auf den Firsten wurden bei Renovationen zum Teil entfernt.
Die Denkmalpflege nennt das Haus die wohl schlichteste Doppelvilla Stettlers. Er bleibt hier seiner traditionellen, klassizistischen Formensprache treu, deckt das Haus aber eigenartigerweise mit einem heimischen Walmdach statt mit einem städtischeren Dach.
Eugen Stettler (1840–1913) hatte an der École des Beaux-Arts in Paris studiert und war 1867–1876 Stadtbauinspektor von Bern. Ab 1887 gehörte er der Kirchenfeld-Baugesellschaft an, und die Quartiergeschichte der Denkmalpflege nennt ihn deren Hauptarchitekten: Die meisten Villen auf der Südseite der Marienstrasse gehen auf ihn zurück. Bauherrin war auch hier die Kirchenfeld-Baugesellschaft.
Wie viele Villen im Quartier wurde das Haus schrittweise erweitert, vor allem im Erdgeschoss: 1903 eine grössere Terrasse an Nr. 26, 1908 Anbauten nach Plänen von Albert Gerster, 1915 eine verlegte Veranda und 1918 Veränderungen durch den Architekten Hans Pfander an Nr. 28, 1924 eine Garage, 1943 ein Zimmeranbau von Hermann Rüfenacht und 1949 ein Garagenanbau. 1979 und 1994 folgten Umbauten und Renovationen. Das Haus ist als schützenswert eingestuft und gehört zur Baugruppe Kirchenfeld. Achten Sie auf die zweifarbigen Backsteinlisenen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Marienstrasse 26, 26A, 28 · Historisches Lexikon der Schweiz: Eugen Stettler · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern · Wikidata: Q106615031
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