Doppelwohnhaus an der Marienstrasse 25/27
Eine Doppelvilla von 1894 an der Marienstrasse im Berner Kirchenfeld, die Eduard von Rodt im Stil der burgundischen Spätgotik für sich selbst baute.

- Adresse
- Marienstrasse 25, Marienstrasse 27
- Baujahr
- 1894
- Architekt
- Eduard von Rodt, Bern
- Stil
- burgundische Spätgotik (Bauinventar) bzw. Cottage-Stil (Quartiergeschichte)
- Bauherrschaft
- Eduard von Rodt
- Schutz
- schützenswert, Baugruppe Kirchenfeld
- Umbauten
- 1974 Parkplatz; 1997 Fenster und 2008 Terrassenverglasung (Nr. 27)
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Marienstrasse 25 und 27 steht eine Doppelvilla, die sich von ihren klassizistischen Nachbarn deutlich unterscheidet. Der rechteckige Baukörper von 1894 trägt ein fein zugeschnittenes spätgotisches Walmdach, das unten über einer geschwungenen Vogeldiele ausläuft, der Verschalung unter dem Dachvorsprung. Je zwei kleine Dacherker aus Fachwerk durchbrechen diese an beiden Längsseiten; sie tragen kleine abgewalmte Satteldächer mit Knäufen.
Die Fassaden sind verputzt und mit Sandstein gegliedert, die Ecken mit Ortsteinen gefasst. Einzel- und Doppelfenster mit Stabrahmen oder gekehlten Gewänden sind symmetrisch verteilt. An den Schmalseiten sind geschlossene Veranden mit Terrassen vorgebaut. Das Bauinventar ordnet die Villa dem Stil der burgundischen Spätgotik zu; die Quartiergeschichte der Denkmalpflege zählt sie dagegen zum Cottage-Stil, also zu frei gruppierten Bauten mit belebten Dächern, Fachwerk- und Holzteilen.
Architekt und Bauherr war Eduard von Rodt (1849–1926), der zwei Jahre später auch die Doppelvilla Nr. 29/31 nebenan baute. Von Rodt hatte im Kirchenfeld Bauland von der Berne Land Company gekauft. Er war zugleich Historiker, leitete 1881–1894 das Historische Museum und schrieb Bücher über das alte Bern. Laut Quartiergeschichte verstand er es, spätgotische oder barocke Vorbilder in Wohnbauten seiner Zeit umzusetzen.
Die Veränderungen blieben bescheiden: 1974 ein Parkplatz auf der Nordseite, 1997 neue Fenster und 2008 eine neue Verglasung der Terrasse an Nr. 27. Das Haus ist als schützenswert eingestuft und gehört zur Baugruppe Kirchenfeld. Achten Sie auf die kleinen Fachwerkerker im Dach.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Marienstrasse 25, 27 · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern · Wikipedia (de): Eduard von Rodt · Wikidata: Q106621525
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