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Kunst in Bern · Bauwerk

Haus Gerechtigkeitsgasse 52

Das Haus Gerechtigkeitsgasse 52 in der Berner Altstadt liess Emanuel von Wattenwyl um 1760 neu bauen; als Architekt gilt Niklaus Sprüngli.

Haus Gerechtigkeitsgasse 52, Bern
Foto: User:Sandstein, Wikimedia Commons, CC BY 3.0 · Quelle
Adresse
Gerechtigkeitsgasse 52, Postgasse 45
Baujahr
um 1760–1762 (Hofer); 1730 laut Wikipedia-Artikel Gerechtigkeitsgasse
Architekt
Niklaus Sprüngli (Zuschreibung)
Bauherr
Emanuel von Wattenwyl
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (A)
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Die Gassenfront des Hauses Nr. 52 hat vier Geschosse und vier Fensterachsen. Die beiden mittleren Achsen treten als Risalit leicht vor; unten stehen drei gebänderte Laubenpfeiler, darüber Pilaster und ein Kranzgesims auf Doppelkonsolen, das eine grosse Kartusche trägt. Rückseitig reicht das Grundstück bis zur Postgasse, wo das Hinterhaus die Nummer 45 trägt. Neben dem Haus führt das schmale Antoniergässchen von der Gerechtigkeitsgasse zur Postgasse.

Nach Paul Hofer liess Emanuel von Wattenwyl das Haus nach dem Ende seiner Amtszeit als Landvogt von Köniz im Jahr 1760 neu aufführen; die Fassade datiert er auf etwa 1760 bis 1762. Als Entwerfer kommt für Hofer nur Niklaus Sprüngli in Frage, und die Front gehört für ihn eng mit Herrengasse 4 und Kramgasse 9 zusammen. Die Wikipedia-Liste der Kulturgüter folgt dieser Datierung und nennt Sprüngli als vermutlichen Architekten. Der Wikipedia-Artikel zur Gerechtigkeitsgasse gibt dagegen 1730 als Baujahr an und nennt das Haus Sprünglis bestes Stadthaus. Älter als die Fassade ist das Treppenhaus: Es entstand nach Hofer um 1725 bis 1735 bei einem Umbau für den Bankier David Gruner.

Bis 1893 gehörte das Haus der Familie von Wattenwyl, danach der Familie von Lerber. 1910 kaufte es der Verein Herberge zur Heimat und richtete eine Herberge ein, die später Hospiz zur Heimat hiess; laut der Kulturgüterliste war das alkoholfreie Hotel bis 1998 in Betrieb. 1942 kam das Nachbarhaus Nr. 50 hinzu. Bei Umbauten zwischen 1925 und 1932 wurde 1930 das Wattenwyl-Wappen in der Kartusche durch das Zeichen der Herberge ersetzt.

Hofer bemerkte 1959, dass Konsolen, Kartuschen und Fensterbekrönungen bei der Renovation von 1925 zurückgehauen und dadurch feiner, aber auch kleinlicher geworden seien. Das Haus ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Wer davorsteht, sollte nach oben auf die Kartusche im Kranzgesims schauen, deren Inhalt die Geschichte des Hauses spiegelt.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Paul Hofer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Bd. II (Die Stadt Bern: Gesellschaftshäuser und Wohnbauten), 1959, S. 112–113 · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Innere Stadt (Ost), KGS 9195 · Wikipedia (de): Gerechtigkeitsgasse · Wikidata: Q19362487 · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (Übersicht, ohne Einzelbeschrieb)

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Gerechtigkeitsgasse 52

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