Haus an der Gerechtigkeitsgasse 33
Das Haus Gerechtigkeitsgasse 33 in der Berner Altstadt verbindet einen Bau von 1607/08 mit Treppenturm und eine Régencefassade aus den 1730er-Jahren.

- Adresse
- Gerechtigkeitsgasse 33
- Baujahr
- 1607–1608; Gassenfassade um 1735–1740
- Architekt
- Andres Widmer (1607/08); Albrecht Stürler (Fassade)
- Stil
- Spätrenaissance; Gassenfront Régence
- Bauherrschaft
- Johann Durheim
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (A)
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Gerechtigkeitsgasse fällt das Haus Nummer 33 durch eine besonders sorgfältig gestaltete Sandsteinfront auf. Die vier Geschosse haben identische Fensterachsen, und ihre Wirkung lebt vom Gegensatz zwischen glatter Wandfläche und verspielter Bildhauerarbeit. Diese Fassade entstand, als der Hausteil zur Gasse um 1735–40 neu gebaut wurde; der Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte nennt Albrecht Stürler als Baumeister und zählt sie zu den besten Régencefassaden Berns. Die Wikipedia-Liste der Kulturgüter schreibt den Umbau „vermutlich“ Stürler zu und datiert ihn in die 1730er-Jahre.
Hinter der Front steckt ein älterer Bau. 1607–08 liess Johann Durheim das Haus von Andres Widmer errichten; die Wikipedia-Liste bezeichnet den Bauherrn als Notar und den Stil als Spätrenaissance. Aus dieser Zeit stammen die dreistöckige Fassade zum Hof mit zweiteiligen, giebelbekrönten Fenstern und der Treppenturm, der sich über einem vieleckigen Grundriss spiralförmig nach oben windet. Über dem Zugang zur Treppenspindel tragen ein Korbbogen das Allianzwappen Durheim-Dellsperger und das Baujahr 1608. Die gedrehte Spindel ist mit Masken besetzt, und am Ende des Eingangskorridors steht ein Brunnen aus der Bauzeit.
Im zweiten Stock zur Gasse liegt laut Kunstführer ein Salon, der gleichzeitig mit der Fassade ausgestattet wurde und zu den festlichsten Innenräumen des bernischen Rokoko gehört, mit Würfelparkett, Wandtäfer und einer Decke mit Rocaille-Schmuck. Restauriert wurde das Haus in Etappen zwischen 1975 und 2004.
Das Gebäude ist als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft und liegt in der Unteren Altstadt, dem Kern der Zähringerstadt, die heute zum UNESCO-Welterbe gehört. Hier prägen barocke Sandsteinfassaden mit Lauben im Erdgeschoss den leicht gekrümmten Gassenraum. Achten Sie beim Vorbeigehen auf die Bauplastik der Fassade: Sie ist sparsam gesetzt und hebt sich gerade deshalb von der glatten Wand ab.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: KGS-Inventar / GSK Kunstführer: Gerechtigkeitsgasse 33 (KGS 9113), archivierte Fassung · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Innere Stadt (Ost) · Wikipedia (de): Gerechtigkeitsgasse (Bern) · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen · Wikidata: Q19362483
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