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Kunst in Bern · Bauwerk

Marcuard-Haus

Das Marcuard-Haus an der Gerechtigkeitsgasse 40 in Bern ist ein Stadtpalais von 1740–1743 nach Plänen Albrecht Stürlers, Ort der Kapitulation von 1802.

Marcuard-Haus, Bern
Foto: User:Sandstein, Wikimedia Commons, CC BY 3.0 · Quelle
Adresse
Gerechtigkeitsgasse 40, Postgasse 33
Baujahr
1740–1743; Freitreppe 1845
Architekt
Albrecht Stürler (Pläne); Ausführung Rudolf Hebler (laut Lexikon)
Stil
Régence
Heute
Besitz der Burgergemeinde Bern seit 1971; Kulturgut von nationaler Bedeutung
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Gerechtigkeitsgasse 40 fällt ein breites Stadtpalais mit Freitreppe auf. Die vierstöckige Fassade hat sieben Fensterachsen und einen Mittelrisalit mit Giebel; seit das Kellergeschoss freiliegt, ist sie beinahe quadratisch. Der Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte nennt es das grosszügigste Stadtpalais Berns: ein Hôtel nach französischem Vorbild, eingepasst in die schmalen Parzellen der mittelalterlichen Stadt.

Gebaut wurde es 1740 bis 1743 für Alexander von Wattenwyl nach Plänen von Albrecht Stürler; ausgeführt hat es laut Historisch-Topographischem Lexikon der Stadt Bern Rudolf Hebler. Der Neubau trat an die Stelle von drei schmalen Häusern. Die Wikipedia-Liste der Kulturgüter ordnet die Hauptfront dem Régence-Stil zu. Die Freitreppe kam erst 1845 dazu, als man die Gerechtigkeitsgasse zum letzten Mal tiefer legte. Gleich daneben, an der Nr. 42, steht Stürlers erstes Werk, das er 1734 mit 28 Jahren für Niklaus Jenner entwarf.

Am 18. September 1802 kapitulierte in diesem Haus die helvetische Regierung. 1846 erwarb die Familie Marcuard das Haus, deren Privatbank Marcuard & Cie. seit 1745 in Bern bestand; seither trägt es ihren Namen. 1971 kaufte die Burgergemeinde Bern die Liegenschaft und renovierte sie 1972 bis 1974; die Fassade war schon 1925 erneuert worden. Bis 1955 gehörte auch das Haus Postgasse 29 dazu, das eine Wappenkartusche der von Wattenwyl von 1741/42 trägt.

Hinter dem Haus liegt ein Hof mit Bäumen. In seiner Westecke steht ein grosses, hufeisenförmiges Treppenhaus mit gebänderten Pfeilern; die Gitter wurden nach Entwürfen von Pierre Gignoux gefertigt und folgen dem Balustersystem des Louis XIV. Zur Postgasse hin schliesst ein 27 Meter langer, zweistöckiger Trakt für Ställe und Remisen den Hof ab. Die Ausstattung der Räume stammt grösstenteils aus der Bauzeit. Ein Detail zum Suchen: In der Postgasse sieht man die beiden hohen Tore dieses Stall- und Remisentrakts.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: KGS-Inventar (Text GSK-Kunstführer): Haus Gerechtigkeitsgasse 40, KGS 694 · Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern: Marcuard-Haus · Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern: Marcuard (Bank) · Wikipedia (de): Gerechtigkeitsgasse · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Innere Stadt (Ost) · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt (Listeninventar) · Wikidata: Q19362484

Lage in Bern
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Gerechtigkeitsgasse 40

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