Kirche der Christlichen Wissenschaft am Helvetiaplatz
Die Kirche der Christlichen Wissenschaft am Helvetiaplatz 6 in Bern ist ein strenger Saalbau von 1926 des Büros Nigst & Padel, nahe der Moderne.

- Adresse
- Helvetiaplatz 6
- Baujahr
- 1926 (HLS: 1927)
- Architekt
- Nigst & Padel, Bern
- Stil
- Neuklassizismus mit Zügen der Moderne
- Bauherrschaft
- Erste Kirche Christi in Bern
- Schutz
- schützenswert, Baugruppe Kirchenfeld
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Helvetiaplatz, dem halbrunden Platz am südlichen Ende der Kirchenfeldbrücke, steht ein kubischer Bau unter flachem Walmdach. Er ist die Kirche der Christlichen Wissenschaft, errichtet 1926 nach Plänen des Berner Büros Nigst & Padel für die Erste Kirche Christi in Bern. Das Bauinventar beschreibt ihn als neuklassizistischen, italienisch geprägten Saalbau mit erhöhtem Hauptgeschoss und einem Lichtgaden, einer Fensterzone hoch oben in der Wand.
Die Schmalseite zum Platz ist als Hauptfront ausgebildet: von Lisenen eingefasst, mit einem Portalvorbau auf Pfeilern und in geometrisch vereinfachten Formen. In den Zwickeln über dem Eingang mildert reiches Flechtwerk die Schwere des Portals. Der Lichtgaden trägt eine Reihe von Bogenfenstern nach dem Vorbild frühchristlicher Kirchen, an den Längsseiten sind die Fenster von Blendbögen umrahmt, und an der Westseite tritt ein vieleckiger, apsisähnlicher Vorbau hervor. In Grundform und Proportionen gleicht der Bau einem spätklassizistischen Tempel, doch seine sachliche, karge Fassade weist laut Inventar bereits in die Moderne.
Begründet hat die Christliche Wissenschaft die Amerikanerin Mary Baker Eddy, die ihre Lehre 1875 niederschrieb und 1879 die Erste Kirche Christi, Wissenschafter, gründete; ihr Zentrum ist die Mutterkirche in Boston. Nach dem Historischen Lexikon der Schweiz entstand die erste Schweizer Vereinigung 1907 in Zürich, danach folgten in grösseren Orten eigene Gottesdienstgebäude und Lesezimmer. Für Bern nennt das Lexikon das Jahr 1927, das Bauinventar gibt 1926 als Baujahr an; möglicherweise bezeichnen die beiden Angaben Bau und Einweihung, was die Quellen aber nicht sagen. Die Gemeinden sind Laienkirchen, die sich selbst verwalten.
Der Platz selbst war Teil des Quartierplans, den die Berne-Land-Company bei der Erschliessung des Kirchenfelds mitunterzeichnet hatte. 1998 wurde die Kirche renoviert. Sie ist als schützenswert eingestuft und gehört zur Baugruppe Kirchenfeld. Schauen Sie sich das Flechtwerk in den Zwickeln des Portals an, den einzigen Schmuck der sonst kargen Front.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Helvetiaplatz 6 · Historisches Lexikon der Schweiz: Christliche Wissenschaft · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern · Wikidata: Q55412442
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