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Kunst in Bern · Bauwerk

Landhaus Rhagor

Das Landhaus Rhagor an der Schosshaldenstrasse 44 in Bern ist ein spätgotischer Fachwerkbau und gehört zu den ältesten Landsitzen der Stadt.

Landhaus Rhagor, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Schosshaldenstrasse 44
Baujahr
2. Hälfte 16. Jahrhundert (Bauinventar); Erweiterungen 18. und 19. Jh.
Stil
Spätgotischer Landsitz in Fachwerkbauweise
Bauherr
Daniel Rhagor
Schutz
schützenswert (Bauinventar), ISOS national
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Ecke Schosshaldenstrasse und Laubeggstrasse steht ein Haus, das schon von weitem durch sein rot bemaltes Fachwerk auffällt. Über einem gemauerten Erdgeschoss folgen Obergeschosse in Fachwerk, darüber ein geknicktes Viertelwalmdach, das mit Biberschwanzziegeln in aufwendiger Doppeldeckung gedeckt ist. Im Erdgeschoss sitzen gekoppelte Fenster mit gekehlten Gewänden, oben Einzelfenster mit Brettrahmen; die Fensterläden sind rot und schwarz gestrichen.

Das Bauinventar datiert das Haus in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts und nennt es einen der ältesten Landsitze der Stadt Bern. Als Bauherrn führt es Daniel Rhagor. Ursprünglich waren die Gefache mit grau-schwarzen Rahmenstreifen versehen. Die Anbauten gegen Südosten kamen im 18. und im 19. Jahrhundert hinzu und übernehmen die Formen des Altbaus; 1876 kam ein Schuppen hinzu, 1886 folgten weitere Veränderungen. Das Haus mit seinem Ökonomieteil gehört zum benachbarten Bürengut, dem früheren Schosshaldengut, und ist von weitgehend unbebautem Gelände umgeben.

Daniel Rhagor lebte nach dem Historischen Lexikon der Schweiz von 1577 bis 1648. Er war Mitglied des Grossen Rats, Landvogt in Gottstatt und Thorberg und ab 1641 Schaffner des Interlakenhauses in Bern. Bekannt wurde er als Kenner des Gartenbaus: 1639 veröffentlichte er den „Pflantz-Gart“. Es war in der Schweiz das erste systematisch aufgebaute Lehrbuch in deutscher Sprache über den Anbau von Obst, Gemüse und Reben, und es behandelt schon Kartoffeln und Spargel. Das Buch erschien 1676 in fünfter Auflage. Wie das Bauinventar den Bau in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts setzt und zugleich Rhagor als Bauherrn nennt, wird in den Quellen nicht weiter erklärt.

An der Südwestfassade hängen Gedenktafeln für den Bauherrn und für den Schultheissen Niklaus Friedrich von Steiger. Sie sind das Detail, nach dem man beim Vorbeigehen Ausschau halten sollte.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Schosshaldenstrasse 44 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Schosshaldengut · Historisches Lexikon der Schweiz: Rhagor, Daniel (Karin Marti-Weissenbach) · Wikidata: Q138858071

Lage in Bern
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Schosshaldenstrasse 44

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Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.