Wysslochgut
Das Wysslochgut an der Laubeggstrasse 111 ist ein spätgotisches Landgut von 1605 und 1656 und zählt zu den ältesten Gutshöfen der Stadt Bern.

- Adresse
- Laubeggstrasse 111
- Baujahr
- 1605 (Wohnhaus), Aufstockung und Scheune 1656
- Architekt
- unbekannt
- Stil
- Spätgotik
- Heute
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (B)
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Zwischen den Häuserzeilen an der Egelbergstrasse und der Bürglenstrasse öffnet sich eine Mulde, und darin steht ein Hof, der viel älter ist als alles ringsum. Das Wysslochgut hiess ursprünglich Vorderwittigkofen. Es gehört nach dem Urteil der städtischen Denkmalpflege zu den ältesten Landgütern Berns; wer es bauen liess, ist nicht bekannt.
Das Wohnhaus wuchs in zwei Etappen. Die beiden unteren Geschosse sind von 1605; 1656 setzte man ein drittes Geschoss obendrauf. Unten ist das Haus verputzt und mit Sandsteinteilen verziert, die oberen Geschosse bestehen aus Fachwerk, dessen Hölzer rot gestrichen sind. Den Abschluss bildet ein Satteldach mit abgewalmten Giebelspitzen und einer Laube unter dem Giebel. Später angefügte Lauben an der Nord- und Südostseite verdecken heute einen Teil der alten Substanz; 1926 kam ein Anbau hinzu.
Ebenfalls 1656 wurde quer an das Wohnhaus eine Scheune angebaut. Sie hat ein gemauertes Erdgeschoss, darüber eine Holzständerkonstruktion und ein weit vorkragendes Dach, das an den Schmalseiten zu einem Viertel abgewalmt ist. Am Tor zur Tenne, dem Dreschboden, ist die Jahreszahl 1656 zu lesen.
Zum alten Gut gehörten noch zwei Bauten auf der anderen Seite der Laubeggstrasse, oben am Wysslochweg an der Schosshaldenstrasse 76 und 76A: eine mächtige Scheune mit dem Datum 1605 am Türsturz und ein Speicher. Dieser ist aus halbierten Stämmen gezimmert, steht auf vier Sandsteinblöcken und hat eine Laube im Obergeschoss; in dieser Bauweise ist er auf Stadtberner Boden eine Seltenheit. Beide Nebenbauten gehören der Stadt Bern und stehen seit 1995 unter Schutz. Das Wysslochgut selbst ist im Schweizer Kulturgüterinventar als Objekt von regionaler Bedeutung verzeichnet. Achten Sie beim Vorbeigehen auf das rote Fachwerk über dem hellen Erdgeschoss.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Laubeggstrasse 111 · Bauinventar der Stadt Bern: Schosshaldenstrasse 76, 76A · Wikidata Q29651761
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