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Kunst in Bern · Bauwerk

Landsitz Baumgarten

Der Landsitz Baumgarten an der Bolligenstrasse in Bern vereint ein Herrenhaus um 1740 mit Stöckli, Bauernhaus von 1690 und Speicher.

Landsitz Baumgarten, Bern
Foto: WillYs Fotowerkstatt, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Bolligenstrasse 10, Bolligenstrasse 12, Bolligenstrasse 12a, Bolligenstrasse 8
Baujahr
Herrenhaus um 1740–1750; Bauernhaus 1690; Speicher Ende 18. Jh.
Architekt
Johann Paulus Nater (zugeschrieben); Erweiterung 1844/45 nach Plänen von Friedrich Studer (laut Lexikon)
Stil
Bernischer Barock (laut Bauinventar)
Heute
Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B)
Schutz
Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), erhaltenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Bolligenstrasse im Osten Berns fällt zuerst eine lange Mauer aus grossen Sandsteinquadern auf. Sie umschliesst den ehemaligen Landsitz Baumgarten, eine kleine Gutsanlage mit Herrenhaus, Stöckli, Ofenhaus, Bauernhaus und Speicher. Das Ensemble ist als Kulturgut von regionaler Bedeutung eingestuft; die städtische Denkmalpflege schätzt vor allem, wie wenig es über die Zeit verändert wurde.

Das Herrenhaus (Nr. 10) entstand um 1740 bis 1750. Das Bauinventar schreibt den Entwurf dem Werkmeister Johann Paulus Nater zu, auch das Historisch-Topographische Lexikon der Stadt Bern hält ihn für den möglichen Baumeister. Nach dem Lexikon ersetzte der Bau einen älteren Herrenstock aus dem 17. Jahrhundert. Das zweigeschossige Haus ist fünf Fensterachsen breit und drei tief und trägt ein stark geknicktes Walmdach. An Eingangs- und Gartenseite treten die drei mittleren Achsen leicht vor; sie sind ganz in Sandstein gearbeitet, die übrigen Wände sind verputzt. Über dem Portal biegt sich das Gurtgesims zu einer flachen Bogenverdachung. Im Erdgeschoss haben die Fenster gerade Stürze, oben Stichbögen. Vor dem Eingang beschreibt die Zufahrt ein Oval.

1844/45 wurde das Haus nach Südosten erweitert, laut Lexikon nach Plänen von Friedrich Studer. Um 1920 folgte der Ausbau des Dachs, 1957 eine Garage mit offener Gartenhalle. Bei der Renovation von 1957/58 stellte man nach dem Lexikon den früheren Zustand wieder her. Aus dem Jahr 1845 stammt auch der klassizistische Brunnen mit neugotischem Schmuck vor der Südwestseite.

Die Nebenbauten sind ebenso sehenswert. Das zweigeschossige Stöckli (Nr. 8) mit Mansartdach ist in die Umfassungsmauer eingebunden und hat zum Hof eine Holzlaube auf Säulen. Daneben steht ein Ofen- und Holzhaus; in einer Rundbogennische liegt dort ein ovaler Brunnentrog. Das Bauernhaus (Nr. 12) von 1690 hat ein gemauertes Erdgeschoss und ein Obergeschoss in Fachwerk; über dem Tor zum Tenn steht eine Inschrift mit der Jahrzahl. Der Speicher (Nr. 12A) vom Ende des 18. Jahrhunderts stand ursprünglich nordöstlich des Bauernhauses. Als 1987 die Siedlung Baumgarten Ost gebaut wurde, verschob man ihn als Ganzes an seinen heutigen Platz.

Ein Detail zum Suchen: Beim Zugang zum Bauernhaus weicht die Mauer an der Strasse in einem Halbkreis zurück, und zwei steinerne Torpfosten markieren den Eingang.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bolligenstrasse 8, 8A, 10, 10B · Bauinventar der Stadt Bern: Bolligenstrasse 12 · Bauinventar der Stadt Bern: Bolligenstrasse 12A · Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern: Baumgarten · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Kirchenfeld-Schosshalde (Nord) · Wikidata: Q29651697

Lage in Bern
Auf der Karte

Bolligenstrasse 10

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