Ofenhaus des Landsitzes Baumgarten
Das kleine Ofen- und Holzhaus an der Bolligenstrasse 8a gehört zum Landsitz Baumgarten, einem Berner Barockgut aus der Zeit um 1740 bis 1750.

- Adresse
- Bolligenstrasse 8a
- Baujahr
- um 1740–1750 (Landsitz)
- Architekt
- Johann Paulus Nater (Nader), zugeschrieben
- Stil
- Berner Barock
- Heute
- Nebengebäude des Landsitzes Baumgarten, Quartier Allmend-Murifeld
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Von der Bolligenstrasse aus fällt am Landsitz Baumgarten zuerst die hohe Mauer auf, die das ganze Gut umschliesst. Zu den Nebengebäuden dahinter gehört ein kleines Ofen- und Holzhaus mit der Nummer 8A. Wikidata beschreibt es als das Gebäude mit dem Backofen des ehemaligen Landsitzes. Ein Blickfang ist der ovale Brunnentrog, der in eine rundbogige Nische eingelassen ist.
Im Kern entstand das Gut um die Mitte des 18. Jahrhunderts; das Bauinventar der Stadt Bern datiert die Anlage auf etwa 1740 bis 1750. Wer den Landsitz bauen liess, ist nicht bekannt. Den Entwurf schreibt das Inventar dem Werkmeister Johann Paulus Nater zu. Das Historische Lexikon der Schweiz führt ihn unter dem Namen Nader: Er stammte aus Eisenstadt, ist ab 1723 in Bern belegt und arbeitete als Maurer, Architekt und Baumeister, unter anderem am Rathaus von Burgdorf und am Schloss Bremgarten. 1746 verliess er Bern und zog nach Freiburg, wo er 1771 starb.
Hauptbau ist das zweigeschossige Herrenhaus (Nr. 10) unter einem stark geknickten Walmdach. Seine drei mittleren Fensterachsen sind zu einem wenig vorspringenden Mittelteil aus Sandstein zusammengefasst, während die übrigen Wandflächen verputzt sind. Das Inventar zählt das Haus zu den sicher entworfenen kleineren Bauten aus der Blütezeit des Berner Barocks. In die Umfassungsmauer eingebunden steht ausserdem ein zweigeschossiges Stöckli (Nr. 8), also ein Nebenwohnhaus, mit Mansartdach und einer hölzernen Laube auf Säulen zur Hofseite.
Verändert wurde das Ensemble mehrmals: 1844/45 erweiterte man das Herrenhaus nach Südosten, 1920 wurde das Dach ausgebaut, und 1957 kamen eine Garage mit offener Gartenhalle sowie eine Renovation hinzu. Das Stöckli ist seit 1992 vertraglich geschützt. Das Inventar hebt hervor, dass der Landsitz mit Nebenbauten und Mauer bis heute weitgehend unberührt geblieben ist. Die Umgebung ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS) von nationaler Bedeutung erfasst.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bolligenstrasse 8, 8A, 10, 10B · Historisches Lexikon der Schweiz: Nader, Johannes Paulus · Wikidata: Q29651720
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