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Landsitz Thormannscheuer an der Muristrasse 28

Der Landsitz an der Muristrasse 28 verbindet ein Landhaus von etwa 1780 mit einem neubarocken Herrenhaus, das 1905 an Stelle des Ökonomieteils entstand.

Landsitz Thormannscheuer an der Muristrasse 28, Bern
Foto: Cmdr Zod, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Muristrasse 28, Muristrasse 28c
Baujahr
um 1780, erweitert 1905
Architekt
unbekannt (Altbau); Lutstorf & Mathys (1905)
Stil
Neubarock (Erweiterung)
Bauherr
Rudolf Thormann-von Tavel (1905)
Schutz
Regierungsratsbeschluss 1981, schützenswert
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Seit 1795 heisst das Gut an der Muristrasse 28 Thormannscheuer. Es begann um 1780 als einfacher Landsitz, bei dem Wohnung des Pächters, Stall und Scheune unter einem Dach zusammengebaut waren. Diese Form kennt man in Bern auch von anderen Landgütern, etwa vom ehemaligen Brunnaderngut am Elfenauweg 46.

Der südliche Teil von 1780 ist erhalten: ein breiter, dreigeschossiger Bau mit Halbwalmdach, gerundeter Giebelverschalung und einer Laube darin. Keller und Erdgeschoss sind gemauert, darüber folgt ein Stock in Fachwerk, mit Schindeln verkleidet. Terrassen und Veranden aus dem 19. Jahrhundert verdecken heute einen grossen Teil der alten Fassaden.

1905 liess der Gutsbesitzer Rudolf Thormann-von Tavel den Ökonomieteil abbrechen. Die Berner Architekten Lutstorf & Mathys setzten an seine Stelle ein zweigeschossiges Herrenhaus im neubarocken Stil mit Walmdach, das sich winkelförmig gegen die Muristrasse öffnet. Lisenen fassen die Fassaden ein, das Erdgeschoss ist gebändert, und über den Stichbogenfenstern sitzt reicher Bauschmuck. Im Winkel zur Strasse steht ein dreigeschossiger Treppenturm mit geschweiftem Mansardhelm. An der Ostseite fällt das grosse Wappenrelief des Bauherrn auf.

Gegen den Garten verbindet eine zweigeschossige Loggia mit Korbbögen den Neubau mit dem Altbau; von ihr führt eine breite Freitreppe mit Balustrade hinunter zum tieferen Niveau des alten Hauses. An dessen Südostecke steht ein Säulenvorbau mit Mansarddach. Daneben öffnet ein Sandsteinportal den ummauerten Garten. Über dem Portal sitzt ein Allianzwappen Steiger-Nägeli mit der Jahreszahl 1575. Ursprünglich befand es sich auf der anderen, östlichen Strassenseite; 1952 kam es an seinen heutigen Platz.

Die Anlage zeigt den Zustand nach dem Umbau von 1905 noch sehr vollständig. Sie steht seit 1981 durch einen Beschluss des Regierungsrats unter Schutz und ist als schützenswert eingestuft.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Muristrasse 28, 28C · Bauinventar der Stadt Bern: Elfenauweg 46 (Vergleichsbau) · Wikidata: Q128790515

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