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Mehrfamilienhaus an der Alpenstrasse 5

Das Mehrfamilienhaus an der Alpenstrasse 5 im Berner Kirchenfeld baute Jakob Glur 1892 – mit Giebeln, Risaliten und bewusst gesetzten Asymmetrien.

Mehrfamilienhaus an der Alpenstrasse 5, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Alpenstrasse 5
Baujahr
1892
Architekt
Jakob Glur, Baumeister, Bern
Bauherr
E. Röthlisberger
Schutz
schützenswert, Baugruppe Kirchenfeld
Umbau
1920 Dachgauben
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Das Kirchenfeld war die erste Berner Stadterweiterung, die nach einem genauen Quartierplan gebaut wurde. Die Burgergemeinde hatte das Land 1881 an die englische Berne Land Company verkauft, die Strassen, Kanalisation und die Kirchenfeldbrücke erstellte. In den ersten Jahren dieser Bebauung entstand 1892 das Mehrfamilienhaus an der Alpenstrasse 5. Bauherr war E. Röthlisberger, entworfen hat es der Baumeister Jakob Glur.

Glur (1842–1907) stammte aus Roggwil und ist in Bern vor allem für seine Häuser aus Sichtbackstein mit Sgraffitoschmuck bekannt, allen voran die Siedlung am Obstberg. An der Alpenstrasse arbeitete er anders: Das Haus ist verputzt, im Erdgeschoss mit Bänderung, und alle Gesimse und Fenstergewände sind aus Sandstein. Der Bau steht auf einem fast quadratischen Grundriss unter einem steilen Walmdach mit gekapptem First. An drei Seiten durchbrechen Giebel über leicht vortretenden Risaliten das Dach; an der Südostseite umfasst der Risalit zwei Fensterachsen unter einem abgewalmten Giebel.

Das Bauinventar beschreibt, wie Glur von regelmässig durchdrungenen Baukörpern ausging, wie sie die nahe Villa an der Marienstrasse 11 von 1887 zeigt, und dann im Sinn des malerischen Stils der Jahrhundertwende bewusst Ungleichgewichte suchte. Den reichen Schmuck, der wenige Jahre später im Quartier üblich wurde, hat das Haus noch nicht. Als Detail lohnt der Blick auf den Südwestrisalit: Dort ist die Balkontür im zweiten Obergeschoss als kleine Ädikula mit Dreiecksgiebel gerahmt.

Die Dachgauben kamen 1920 hinzu. Das Haus steht auf einem grossen Grundstück, das noch von seiner ursprünglichen Einfriedung umgeben ist. Es ist als schützenswert eingestuft und Teil der Baugruppe Kirchenfeld.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Alpenstrasse 5 · Bauinventar der Stadt Bern: Marienstrasse 11 (Vergleichsbau) · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Kirchenfeld · Wikipedia (de): Jakob Glur · Wikidata: Q138766399

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