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Kunst in Bern · Bauwerk

Doppelwohnhaus an der Marienstrasse 30/32

Ein asymmetrisches, sienarot verputztes Doppelwohnhaus von 1887 an der Marienstrasse im Berner Kirchenfeld, gebaut von Eugen Stettler.

Doppelwohnhaus an der Marienstrasse 30/32, Bern
Foto: Hadi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Marienstrasse 30, Marienstrasse 32
Baujahr
1887
Architekt
Eugen Stettler, Bern
Stil
Historismus, asymmetrischer Putzbau mit Hausteingliederung
Bauherrschaft
Kirchenfeld-Baugesellschaft
Schutz
schützenswert; DBV 1998, RRB 1999 (Nr. 30)
Umbauten
1907, 1913, 1920, 1928, 1931, 1964, 1974
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Das Doppelhaus an der Marienstrasse 30 und 32 ist ein länglicher, bewusst asymmetrischer Bau von 1887 unter mittelsteilen Walmdächern mit Knäufen auf den Firsten. Ein Vorbau mit Portal und Treppenhaus teilt die Front in zwei ungleiche Teile: links einen einachsigen West-, rechts einen dreiachsigen Ostflügel. Beide enden an den Ecken mit schräg gestellten Fensterachsen.

Wie beim Nachbarhaus Nr. 22/24 ist der Putz sienarot, die Gliederungen sind aus Haustein. Ein Gesims auf Höhe der Fensterbänke und ein Traufgesims ziehen waagrechte Linien über die Fassade. Die städtische Denkmalpflege versteht den Bau als interessante Variante zu Nr. 22/24: Statt der Symmetrie gibt es hier einen ungleichen Aufbau, die Dächer sind höher geführt, und weil Eingang und Treppe im Vorbau liegen, fehlt das ausgeprägte Zwischengeschoss.

Eugen Stettler (1840–1913) hatte an der École des Beaux-Arts in Paris studiert und war 1867–1876 Stadtbauinspektor von Bern. Ab 1887 gehörte er der Kirchenfeld-Baugesellschaft an, und die Quartiergeschichte der Denkmalpflege nennt ihn deren Hauptarchitekten: Die meisten Villen auf der Südseite der Marienstrasse gehen auf ihn zurück. Bauherrin auch dieses Hauses war die Kirchenfeld-Baugesellschaft.

Die Ostseite, Nr. 32, wurde oft verändert: 1907 eine erweiterte Veranda, 1913 ein Anbau durch A. Roth auf eigene Rechnung, 1920 ein Gartenhaus, 1931, 1964 und 1974 Umbauten. 1928 kam bei Nr. 30 eine Garage dazu. Für Nr. 30 bestehen ein Schutzvertrag von 1998 und ein Regierungsratsbeschluss von 1999. Das Haus ist als schützenswert eingestuft und gehört zur Baugruppe Kirchenfeld. Wer beide Häuser nacheinander anschaut, sieht gut, wie ein Architekt dasselbe Thema abwandelt.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Marienstrasse 30, 32 · Bauinventar der Stadt Bern: Marienstrasse 22, 24, 22B · Historisches Lexikon der Schweiz: Eugen Stettler · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern · Wikidata: Q106614945

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