Reformierte Markuskirche
Die reformierte Markuskirche an der Tellstrasse 31–35 im Berner Wankdorf wurde 1948 bis 1951 als Kirchenzentrum für das neue Quartier gebaut.

- Adresse
- Tellstrasse 31, Tellstrasse 33, Tellstrasse 33a
- Baujahr
- 1948–1951
- Architekt
- Henry Daxelhofer und Karl Müller(-Wipf), Bern
- Stil
- Nachkriegsmoderne mit traditionellen Elementen
- Heute
- Reformiertes Kirchenzentrum, Zwischennutzung und geplante Sanierung (Stand 2024)
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Tellplatz stehen Kirche, Kirchturm, Kirchgemeindehaus und Pfarrhaus locker verteilt in einer grosszügigen Grünanlage. Die meist verputzten Bauten sind im Erdgeschoss teilweise mit Sandstein verkleidet und durch gedeckte Gänge unter Satteldächern verbunden. Der schlanke Turm ist ein Skelett aus Sichtbeton mit einem kleinen Satteldach. Auf dem Vorplatz steht ein Brunnen mit Figuren der klugen und der törichten Jungfrau, die Max Fueter 1956 aus Kalkstein schuf.
1946 schrieb man einen Wettbewerb für ein Kirchenzentrum samt Schule aus. Die beiden Erstplatzierten, Karl Müller-Wipf und Henry Daxelhofer, taten sich zusammen und planten das Zentrum gemeinsam; gebaut wurde es 1948 bis 1951. Gedacht war es als Mittelpunkt des Wankdorfs, wo gleichzeitig die Siedlung Wankdorffeld Nord entstand. Das Bauinventar sieht darin die Haltung der Nachkriegszeit, die moderne Bauweise mit traditionellen Formen und Materialien verbindet. 1954 erhielt die Anlage eine Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Bern.
Die nach Osten ausgerichtete Kirche ist eine zweischiffige Halle aus Betonrahmen. Neben dem hohen Hauptraum liegt ein niedriges Seitenschiff hinter runden Pfeilern. Licht fällt vor allem durch farbige Obergadenfenster; die Glasmalereien schuf Robert Schär. Die Nordwand ist aus akustischen Gründen sägezahnartig abgewinkelt und bleibt ohne Fenster. An der Ostwand malte Walter Clénin 1966 einen thronenden Christus; Max Fueter schuf Kanzel und Taufstein, die geschnitzten Figuren an der Orgelempore von Theo Weigel.
Heute steht die Anlage vor einem Wandel. Laut Berner Zeitung vom April 2024 schliessen sich die Kirchgemeinden Markus und Johannes zusammen und wollen künftig hier zusammenkommen; die Gebäude sollen für 14 Millionen Franken saniert werden, wobei die Kirche nur noch etwa ein Drittel des Ensembles beanspruchen wird. Bis dahin testet eine Zwischennutzung neue Wege: Architekturstudierende der Berner Fachhochschule unterrichten in der Kirche und wohnen im früheren Pfarrhaus, ein Verein betreibt ein offenes Café.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Tellstrasse 31–35, 33A · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Wankdorffeld Nord · Berner Zeitung, 17. April 2024: In Stadtberner Kirchen wird studiert, gewohnt und getrunken (PDF bei der BFH) · Wikidata: Q29651722
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