Ehemaliger Schlachthof Bern
Die Verwaltungs- und Dienstgebäude des ehemaligen Schlachthofs an der Stauffacherstrasse 80–82 in Bern entstanden 1912/13 und sind heute Wohnungen.

- Adresse
- Stauffacherstrasse 80, Stauffacherstrasse 80a, Stauffacherstrasse 82
- Baujahr
- 1912–1913 (Eröffnung des Schlachthofs 1914)
- Architekt
- Max Münch (Gesamtprojekt), Karl Indermühle (Fassaden)
- Stil
- Neubarocker Heimatstil
- Heute
- Wohnungen und Kita
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Stauffacherstrasse wirkt die kleine Gebäudegruppe fast wie ein Landsitz. Im Zentrum steht das repräsentative Verwaltungsgebäude unter einem geknickten Walmdach. Über einem niedrigen Sockel aus Kalkstein ist das Erdgeschoss aus gebändertem Kunststein gearbeitet, darüber ist die Fassade verputzt. Der Haupteingang sitzt in einem reich geschmückten Mittelteil mit geschwungenem, aufgebrochenem Giebel und Wappenkartusche. Auf der Rückseite steht ein runder Treppenturm mit glockenförmigem Dach.
Die Anlage gehörte zum neuen städtischen Schlachthof, der laut Stadtarchiv 1914 auf dem Wylerfeld eröffnet wurde. Gleichzeitig schloss die Stadt ihre alten Schlachthäuser in der Metzgergasse und bei der Engehalde. Das Gesamtprojekt stammte von Max Münch, die Fassaden gestaltete Karl Indermühle. Zur erhaltenen Gruppe gehören das Verwaltungsgebäude mit einem Hörsaal (Nr. 80), ein kleineres Dienstgebäude an der Bahnseite (Nr. 80A) und das Waaghaus mit Freibank (Nr. 82). Zwischen Waaghaus und Verwaltungsbau lag die zweispurige Haupteinfahrt, gerahmt von zwei offenen Pavillons.
Der Schlachthof wurde lange von der Stadt geführt, zuerst unter der Polizeidirektion, ab 1974 unter der Gesundheitsdirektion. Ende Juli 1999 gab die Stadt den Betrieb auf; seit dem 1. August 1999 führte ihn die Lüthi Schlachthof AG weiter. 2006 wurde der östliche Teil der Anlage mit dem früheren Stalltrakt abgebrochen, und nachdem der Betrieb 2013/14 endgültig eingestellt worden war, baute man die verbliebenen Gebäude zu Wohnungen und einer Kita um, mit neuen Balkonen.
Das Bauinventar beschreibt die Gruppe als landsitzartiges, neubarockes Ensemble im Heimatstil, das architektur- und wirtschaftsgeschichtlich wichtig bleibt. Es bemängelt zugleich, dass die Neubauten der WankdorfCity zu nahe gerückt sind. Wer am Hörsaaltrakt vorbeigeht, sollte auf den Verbindungsgang achten: Die Kämpfer seiner Arkade sind mit Reliefs von Fruchtschalen verziert.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Stauffacherstrasse 80, 80A, 82 · Stadtarchiv Bern: Verwaltungsgeschichte Schlachthof · Wikidata: Q113853353
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