Marienkirche
Die katholische Marienkirche an der Wylerstrasse 26 im Breitenrain entstand 1931 bis 1933 nach Plänen von Fernand Dumas als früher Bau der Moderne.

- Adresse
- Wylerstrasse 26
- Baujahr
- 1931–1933 (Wikipedia); 1930–1933 (Bauinventar)
- Architekt
- Fernand Dumas, Romont
- Stil
- frühe Moderne
- Heute
- Pfarrkirche St. Marien, im Bauinventar schützenswert
- Bauherr
- Römisch-katholischer Kultusverein Bern
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Wylerstrasse im Breitenrain fällt die katholische Marienkirche zuerst durch ihren schlanken Turm an der Westecke auf. Oben sitzt eine farblich abgesetzte Glockenstube mit Rundbogenöffnungen auf schlanken Stützen, gedeckt von einem flachen Walmdach. Die Mauern tragen einen groben, beige-bräunlichen Putz. Vor dem Haupteingang öffnet sich eine Vorhalle mit drei Bögen, links und rechts gefasst vom Turm und vom achteckigen Aufbau der Taufkapelle. Die städtische Denkmalpflege zählt das Gebäude zu den ersten Berner Bauten der aufkommenden Moderne.
Die katholische Bevölkerung der Stadt war stark gewachsen, die Dreifaltigkeitskirche reichte nicht mehr. Schon 1910 kaufte der Römisch-katholische Kultusverein auf Initiative des Pfarrers Josef Emil Nünlist einen Teil des Bauplatzes; Nünlist sammelte jahrelang auch in Übersee Geld für die Berner Gemeinde. Als die Pläne 1929 bekannt wurden, gab es Empörung in der Presse und Einsprüche aus dem Quartier. Nach einem Wettbewerb unter vier Architekten entschied sich die Jury 1930 für Fernand Dumas aus Romont. Grundsteinlegung war am 31. März 1931, am 18. Dezember 1932 wurde die noch unfertige Kirche eingesegnet und zugleich die Pfarrei gegründet, am 17. Mai 1933 folgte die Weihe durch den Bischof von Basel. Das Bauinventar gibt als Bauzeit 1930 bis 1933 an.
Dumas (1892–1956) baute in den 1920er- und 1930er-Jahren rund 15 katholische Kirchen, stilistisch zwischen Neoklassizismus und Moderne, und arbeitete gern mit Künstlern zusammen, unter ihnen der Bildhauer François Baud. In Bern entstand ein Betonskelett mit Kalksandstein dazwischen. Den rund 41 Meter hohen Turm zog man nach der Wikipedia bis zur Glockenstube in nur 15 Tagen hoch, mit einer Gleitschalung, die damals in der Schweiz zum ersten Mal zum Einsatz kam.
Die Reliefs mit Szenen aus dem Leben Marias an den Portalen schufen Baud und Gaston Faravel 1933. Von Albin Schweri stammen das Mosaik der Himmelfahrt Mariens an der Chorwand (1937) und eine Reihe von Glasfenstern. Ein langer Arkadengang führt zum Pfarrhaus von 1964; nach dem ersten Plan hätten Bogengänge wie ein Kreuzgang den ganzen Platz im Süden umschlossen. Das Bauinventar erinnert diese Architektur an die ‚pittura metafisica‘ von Giorgio de Chirico. Der Chor wurde 1969 und 1994 bis 1998 umgestaltet. Ein Detail an der Westfassade: Die Sprossen des grossen Rundfensters bilden ein „M“.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Wylerstrasse 26 · Wikipedia (de): Marienkirche (Bern) · Historisches Lexikon der Schweiz: Dumas, Fernand (Christoph Allenspach) · Wikidata: Q51616456
Bauten in der Nähe
Johanneskirche220 mQuartierhof280 mVerwaltungsgebäude der BKW am Viktoriaplatz480 mReformierte Markuskirche650 mViktoriaschulhaus650 mSzenen aus der MariengeschichteKunstwerk · 30 mTextwerk aus der Serie „Nischen“ (Breitenrainstrasse vis-à-vis Nr. 27)Kunstwerk · 240 mTextwerk aus der Serie „Nischen“ (Breitenrainstrasse)Kunstwerk · 240 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.