Verwaltungsgebäude der BKW am Viktoriaplatz
Das Verwaltungsgebäude der BKW am Viktoriaplatz 2 in Bern entstand 1915/16 im Stil eines französischen Schlosses und schliesst die Achse zur Altstadt ab.

- Adresse
- Viktoriaplatz 2
- Baujahr
- 1915–1916, Erweiterung 1960
- Architekt
- Zeerleder & Bösiger
- Stil
- Neubarock nach französischen Schlossvorbildern
- Heute
- Hauptsitz der BKW
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Wer von der Altstadt über die Kornhausbrücke nach Norden geht, hat den breiten Bau mit dem hohen Mittelteil und dem kleinen Uhrtürmchen direkt vor Augen. Er schliesst die Achse vom Kornhausplatz zum Viktoriaplatz ab und bildet mit dem Garten davor, mit Wasserbecken und Baumgruppen, den Mittelpunkt des Platzes. Erbaut wurde er 1915/16 für die Bernischen Kraftwerke, heute BKW, die hier bis heute ihren Sitz haben.
Entworfen hat ihn das Berner Büro Zeerleder & Bösiger. Die Namen der Partner werden unterschiedlich angegeben: Wikidata nennt Walter Bösiger, ein Wikipedia-Artikel zum Viktoriaplatz Max Zeerleder und Willy Bösiger, der Artikel über Walter Bösiger beschreibt ein 1910 mit Max Zeerleder gegründetes Büro, das Bösiger ab 1915 allein führte. Bösiger plante später für die BKW auch das Maschinenhaus des Wasserkraftwerks Mühleberg.
Die Anlage ist symmetrisch und fünfteilig: ein breiter Mittelbau mit elf Fensterachsen unter einem geknickten Walmdach, zwei niedrigere Flügel mit Mansarddächern und quer gestellte Eckpavillons. Riesige Pilaster mit ionischen Kapitellen gliedern den Mittelbau, ein kräftiges Gesims trennt das Sockelgeschoss mit seinen Korbbogenöffnungen vom Oberbau. Den Haupteingang betont eine Terrasse auf Säulen mit vorgelagerter Freitreppe; an ihrer Brüstung sass ursprünglich ein grosses Wappen des Bieler Künstlers H. Grupp.
Die Denkmalpflege sieht im Bau ein neubarockes Werk nach französischen Schlossvorbildern, dessen Bauschmuck viel über die Haltung seiner Zeit verrät. Als 1960 ein Erweiterungsbau dazukam, verschwand an der Nordseite ein Treppenhauserker. Im April 2011, nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima, schlugen Demonstrierende auf der Wiese vor dem Gebäude ein Zeltlager auf und forderten die Abschaltung des Kernkraftwerks Mühleberg. Ein Detail zum Suchen: die Reliefs unter den Fenstern des Hauptgeschosses, die der Berner Bildhauer Karl Hänny dem Thema Wasserkraft gewidmet hat.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Viktoriaplatz 2 · Wikipedia (de): Viktoriaplatz (Bern) · Wikipedia (de): Walter Bösiger · Wikidata: Verwaltungsgebäude BKW (Q29651744)
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