Johanneskirche
Die reformierte Johanneskirche an der Breitenrainstrasse 26 wurde 1891 bis 1893 nach einem Entwurf von Karl Moser gebaut und prägt das Quartier.

- Adresse
- Breitenrainstrasse 26
- Baujahr
- 1891–1893
- Architekt
- Karl Moser (laut Wikipedia mit Robert Curjel); Ausführung Rudolf Ischer
- Stil
- Historismus mit neuromanischen und neugotischen Elementen
- Heute
- Reformierte Kirche
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Ecke von Breitenrainstrasse und Wylerstrasse steht die Johanneskirche auf einer leichten Geländekante des einstigen „Breiten Rains“. Von der Spitalackerstrasse aus sieht man sie als Blickpunkt am Ende der Strasse. Auffällig ist das Mauerwerk: dunkle Kalkbruchsteine in unregelmässigen Lagen, dazu helle, grob behauene Kalksteinquader an Sockel, Turmecken und Strebepfeilern und fein bearbeiteter Sandstein an Gesimsen, Fenstergewänden und Masswerk.
Den Anstoss gab ein Kirchenbauverein, der 1872 gegründet wurde und Geld für eine Kirche in der Lorraine sammelte; der Bau sollte deshalb zuerst „Lorrainekirche“ heissen. 1888 gewann Karl Moser, damals Architekt in Karlsruhe, den Wettbewerb. Wikipedia und Wikidata nennen als Entwerfer auch seinen Büropartner Robert Curjel. Gebaut wurde schliesslich auf einem anderen Grundstück, weshalb die Pläne überarbeitet werden mussten; die Ausführung von 1891 bis 1893 leitete der Berner Architekt Rudolf Ischer. Bei der Einweihung 1893 war die Johanneskirche laut Wikipedia die erste Berner Kirche ausserhalb der Altstadt.
Stilistisch ist der Bau ein Werk des Historismus, das romanische und gotische Formen frei verbindet; das Bauinventar spricht von neuromanischen und neugotischen Elementen, die Kirchgemeinde von spätromanischen und frühgotischen. Das kurze, einschiffige Langhaus endet in einem Querhaus mit vieleckigen Abschlüssen. An der Westseite steht im Winkel zwischen Lang- und Querhaus der Glockenturm mit spitzem Helm und Wasserspeiern an den Ecken. Die Hauptfassade mit dem Portal ist nach Süden gerichtet.
Später kam einiges dazu: 1908 ein Konfirmandensaal von Joss & Klauser am Chor, 1953/54 ein Innenumbau durch Ernst Indermühle und 1954 eine neue Orgel von Goll aus Luzern. Die drei Chorfenster schuf der Zürcher Künstler Max Hunziker zwischen 1958 und 1961; sie zeigen Szenen aus dem Neuen Testament und der Hebräischen Bibel, darunter das Abendmahl. Von 1918 bis 1935 war Karl von Greyerz hier Pfarrer.
Wer um die Kirche geht, sollte am Turm nach oben schauen: An Helm und Dachflächen sind noch Reste der früheren geometrischen Muster zu erkennen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Breitenrainstrasse 26 · Wikipedia (de): Johanneskirche (Bern) · Reformierte Kirchgemeinde Bern-Nord: Die Johanneskirche · Wikidata: Q1698823
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