Viktoriaschulhaus
Das Viktoriaschulhaus an der Viktoriastrasse 71 in Bern wurde 1904–1906 im Stil der Neurenaissance gebaut und ist heute ein Standort der Berufsschule GIBB.

- Adresse
- Viktoriastrasse 71
- Baujahr
- 1904–1906, Erweiterung 2009–2011
- Architekt
- Otto Lutstorf mit der städtischen Baudirektion; Erweiterung Graber Pulver
- Stil
- Neurenaissance
- Heute
- Berufsschule GIBB
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Kreuzung von Viktoria- und Gotthelfstrasse ragt ein fünfgeschossiger Turm mit steilem Pyramidendach und Laterne auf. Er markiert die Ecke eines viergeschossigen Schulbaus, der zusammen mit der Turnhalle das Schulareal zu den beiden Strassen hin abschliesst. Die städtische Denkmalpflege nennt ihn den bedeutendsten Schulhausbau der Jahrhundertwende in Bern.
Am Anfang stand 1901 ein Wettbewerb für ein Sekundarschulhaus für Knaben, den Otto Lutstorf gewann. Ausgeführt wurde ein veränderter Entwurf von 1904 bis 1906, gemeinsam mit der städtischen Baudirektion. Der Grundriss ist L-förmig, die Klassenzimmer liegen an einem einseitigen Korridor. Neben dem Turm führt eine monumentale Portalvorhalle mit korinthischen Halbsäulen und einer reichen Kartusche zum Haupteingang.
Die Fassaden sind teils aus Sandstein, teils verputzt. Vorspringende Mittel- und Eckteile gliedern die lange Schauseite an der Gotthelfstrasse, wo dreiachsige Abschnitte mit einfachen Fenstern und breitere Abschnitte mit Zwillingsfenstern abwechseln. Im Erdgeschoss sind die Öffnungen flach gewölbt und tragen verzierte Schlusssteine. Am Turm fassen hohe Bögen die Fenster der beiden obersten Geschosse zusammen.
1997 übernahm die Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern GIBB das Haus. Nach einem Wettbewerb 2004 bauten Graber Pulver Architekten es 2009–2011 um und ergänzten es auf der Hofseite durch einen winkelförmigen Neubau mit Klassenzimmern, Gemeinschaftsräumen und Verwaltung. Dieser übernimmt die Geschosshöhen des Altbaus und teilt den Aussenraum in Hof, Eingangsplatz und Garten; seine Fassade aus vorgefertigten, farbigen Betonelementen nimmt die senkrechte Gliederung der Sandsteinfront auf. 2015 folgte die Restaurierung des Altbaus. Im alten Treppenhaus hängt laut Bauinventar das Gemälde „Schlacht bei Neuenegg“ von Rudolf Münger und Hans Widmer aus dem Jahr 1901. Von der Strasse aus lohnt ein Blick auf den Eckturm mit den hohen Bögen in seinen obersten Geschossen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Viktoriastrasse 71 · best architects 13: Graber Pulver Architekten, Berufsschule GIBB Viktoria, Bern · Wikidata: Viktoriaschulhaus (Q29651746)
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