Viktoriaspital
Das ehemalige Viktoriaspital an der Sonnenbergstrasse 14 in Bern ist ein Jugendstilbau von 1904–1906 mit Arkadenfront, heute Teil eines Alterszentrums.

- Adresse
- Sonnenbergstrasse 14
- Baujahr
- 1904–1906
- Architekt
- Horace Edouard Davinet
- Stil
- Jugendstil
- Heute
- Teil des Alterszentrums Viktoria; Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Hang unterhalb des Schänzli steht ein langer Bau mit geschwungenen Dachformen und einer Front aus übereinanderliegenden Bogengängen; die Denkmalpflege beschreibt ihn als Brückenkopf im Stadtbild. Es ist der Jugendstiltrakt des früheren Viktoriaspitals, entstanden zwischen 1904 und 1906 nach Plänen von Horace Edouard Davinet (1839–1922). Der Architekt hatte sich zuvor vor allem mit grossen Hotels einen Namen gemacht, darunter Häuser in Interlaken und auf der Rigi.
Die Geschichte des Ortes beginnt früher. 1868 baute Davinet auf dem Schänzlihügel die Pension Viktoria, die bereits 1870 wegen der ärztlichen Betreuung der Gäste zum Sanatorium wurde. Nach einer Zeit, in der Belegärzte das Haus führten und Diakonissen pflegten, übernahmen die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz aus Ingenbohl den Betrieb; am 1. Juni 1901 ging das Haus in ihr Eigentum über und hiess fortan Viktoriaspital. Für sie entstand der Neubau, im Plan als Nebengebäude des Sanatoriums bezeichnet, mit 72 Zimmern.
Die Südseite ist als Liegehalle gedacht: Zwischen zwei gleichen Eckteilen liegen Laubengänge mit je zehn Arkaden. Die Gitter der Brüstungen schwanken zwischen Neubarock und Jugendstil. Auf der Westseite biegt sich die Traufe in der Mitte nach oben und endet in einem geschwungenen Giebel im Mansardgeschoss, und an der Ecke vermittelt ein runder Baukörper zwischen den Fronten. Die Dachgauben nehmen den Takt der Arkaden auf. Die Denkmalpflege sieht in dem Bau eine Ausnahme im Spätwerk Davinets, weil er hier auf historische Stilzitate verzichtet. Ein Detail zum Suchen ist der Zaun an der Strasse, ebenfalls im Jugendstil.
1958 ersetzte ein Neubau von Bruno Brunoni das erste Haus von 1868. Weitere Anbauten folgten, der Haupteingang im Jugendstiltrakt wurde 1963 aufgegeben, und 1995 wurden die Fassaden saniert. 1990 beschlossen die Schwestern, das Krankenhaus zu schliessen; bis 1995 entstand ein Alters- und Pflegeheim, später kamen Alterswohnungen auch im Davinet-Bau dazu. 2020 wurde der Verkauf an die Tertianum-Gruppe angekündigt. Der Bau ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Sonnenbergstrasse 14 · Wikipedia (de): Viktoriaspital (Bern) · Wikipedia (en): Horace Edouard Davinet · Wikidata: Q99933648
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