Gewerbeschule Bern
Die Gewerbeschule an der Lorrainestrasse 1 in Bern wurde 1937–1939 von Hans Brechbühler gebaut und zählt zu den Pionierbauten des Neuen Bauens.

- Adresse
- Lorrainestrasse 1
- Baujahr
- 1937–1939 (Wettbewerb 1935)
- Architekt
- Hans Brechbühler; Mitarbeit Max Jenni
- Stil
- Neues Bauen
- Heute
- Hauptgebäude der gibb Berufsfachschule Bern, Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Wer von der Altstadt über die Lorrainebrücke nach Norden geht, sieht am Brückenkopf einen langen Baukörper, der auf Stützen über dem Gelände zu schweben scheint. Die Gewerbeschule, heute Hauptgebäude der gibb Berufsfachschule Bern, ist durch ihre Lage an der Hangkante weithin sichtbar und bildet den Auftakt zum Lorrainequartier.
1935 schrieb die Stadt einen Wettbewerb für eine neue Gewerbeschule und den Ausbau der Lehrwerkstätten aus, an dem sich achtzig Architekten beteiligten. Gebaut wurde 1937 bis 1939 nach dem Projekt von Hans Brechbühler (1907–1989). Das Bauinventar weist darauf hin, dass Konzept und Entwurf möglicherweise von seinem jungen Mitarbeiter Max Jenni stammen, der später auch die Bauleitung im Büro übernahm. Die Schule wurde zu Beginn des Zweiten Weltkriegs eröffnet; damals besuchten 2116 Lernende die Gewerbeschule an vier Standorten.
Der Hauptbau ist ein langgestreckter Rechteckbau aus Eisenbeton mit strengem Fassadenraster. Er ruht auf Rundstützen und kragt über die ursprünglich fast ganz offene Halle im Erdgeschoss aus, was ihm seine leichte Wirkung gibt. Zwei kubische Seitenbauten nehmen die Treppenhäuser auf. Im Innern führt ein breiter Mittelgang, als „Rue intérieure“ gedacht, zu den Klassenzimmern. Oben auf dem begehbaren Flachdach sitzt als skulpturaler Körper ein Zeichnungssaal. Der Kunstführer sieht in dem Bau eine eigenständige Weiterentwicklung des Typs, den Le Corbusier mit dem auf Pilotis schwebenden Baublock geprägt hatte.
Unterhalb des Schulgebäudes liegen die Lehrwerkstätten, Stahl-Glas-Bauten mit parallelen Zeltdächern. Die Schrägstellung der Anlage übernahm Brechbühler von der Fahnenfabrik, die vorher hier stand. 1977 baute er selbst eine Cafeteria in die Erdgeschosshalle ein; später wurden Fassaden und Treppenhäuser saniert, teils mit Erhalt der originalen Holzschiebefenster.
Halten Sie Ausschau nach der Kunst am Bau: ein Fresko von Marguerite Frey-Surbek und eine Wandmalerei von Albert Neuenschwander, beide von 1941, sowie eine Eisenfigur von Bernhard Luginbühl. Seit 2005 steht die Schule unter Bundesschutz; sie ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Lorrainestrasse 1, 1A · KGS-Inventar (Text GSK-Kunstführer): Städtische Gewerbeschule, KGS 623 (Archivkopie) · Wikipedia (de): gibb Berufsfachschule Bern · Wikipedia (de): Hans Brechbühler · Wikidata: Q1520485
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