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Kunst in Bern · Bauwerk

Doppelvilla an den Englischen Anlagen 6/8

Die malerische Doppelvilla an den Englischen Anlagen 6/8 im Berner Kirchenfeld entwarf Eduard von Rodt 1886 nach deutschen Vorbildern.

Doppelvilla an den Englischen Anlagen 6/8, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Englische Anlagen 6, Englische Anlagen 8
Baujahr
1886
Architekt
Eduard von Rodt (zugleich Bauherr)
Stil
mittelalterlich-romantischer Historismus nach deutschen Vorbildern des 16. Jahrhunderts
Schutz
schützenswert (Bauinventar), Baugruppe Kirchenfeld
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Am Rand des Kirchenfelds, wo die Englischen Anlagen zur Aare abfallen, steht ein langgestreckter Bau unter einem Teilwalmdach, dessen Traufe zur Aare und zur Marienstrasse zeigt. Er wirkt wie aus mehreren Häusern zusammengesetzt, denn jede der vier Seiten ist anders gestaltet. Tatsächlich handelt es sich um eine Doppelvilla aus dem Jahr 1886.

Entworfen und gebaut hat sie Eduard von Rodt, Architekt und Historiker, der zugleich als Bauherr auftrat. Rodt hatte im Kirchenfeld von der Berne Land Company Bauland erworben, jener englischen Gesellschaft, die das Gebiet 1881 von der Burgergemeinde gekauft und nach einem festen Quartierplan erschlossen hatte. Später baute er auch mehrere Villen an der benachbarten Marienstrasse.

Stilistisch gehört das Haus zum mittelalterlich-romantischen Historismus; seine Vorbilder fand er vor allem in der deutschen Architektur des 16. Jahrhunderts. Der Putzbau hat Gliederungen aus Sandstein; gotisierende Fenster, Motive der Frührenaissance und Fachwerkteile kehren auf mehreren Seiten wieder. Die Nordfassade zeigt einen Portalrisalit mit Quergiebel in Riegwerk. An der Nordwestecke sitzt ein übereck gestellter Erker auf einem Steinfuss, der ursprünglich zur Brücke hin ausgerichtet war, bevor die Kunsthalle gebaut wurde. Die Südseite beherrscht ein grosser Volutengiebel, die Ostseite ein Erker mit welscher Haube unter einer Ründe mit geschnitzten Tierkopf-Balken.

Ursprünglich war die Villa reich bemalt. Im 20. Jahrhundert verschwanden die Dekorationsmalereien, die feine Sprossenteilung, die Fensterläden und Teile der Dachzier, und die um 1887 ergänzten Pavillons auf der Ostseite wurden stark verbaut. Die Denkmalpflege hält diese Verluste für korrigierbar und das Äussere im Wesentlichen für intakt. Achten Sie auf die Westseite: Dort sitzt ein gestaffeltes Fenster mit Muschelbogen unter einer kleinen Ründe.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Englische Anlagen 6, 8 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Kirchenfeld · Wikipedia (de): Eduard von Rodt · Historisches Lexikon der Schweiz: Rodt, Eduard von · Wikidata: Q139546685

Lage in Bern
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Englische Anlagen 6

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