Wohnhaus mit Restaurant an der Thunstrasse 5
Das Wohnhaus mit Restaurant an Thunstrasse 5 / Marienstrasse 6 in Bern: ein geschwungener Neubarockbau von Davinet aus dem Jahr 1896.

- Adresse
- Marienstrasse 6, Thunstrasse 5
- Baujahr
- 1896
- Architekt
- Horace Edouard Davinet
- Stil
- Neubarock
- Heute
- Wohnhaus mit Restaurant (Restaurant Kirchenfeld, wiedereröffnet 1995)
- Bauherr
- C. Gaggione, Unternehmer
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Wer über die Kirchenfeldbrücke kommt, sieht am Helvetiaplatz einen Bau, der sich der Rundung der Ringstrasse anpasst: eine konkav geschwungene, symmetrische Anlage zwischen Thunstrasse und Marienstrasse. Entworfen hat das Wohnhaus mit Restaurant 1896 Horace Edouard Davinet, Bauherr war der Unternehmer C. Gaggione. Davinet, 1839 in Pont-d’Ain geboren, war zuvor als Hotelarchitekt bekannt geworden und gilt als Urheber des Quartierplans für das ganze Kirchenfeld.
Der Neubarockbau hat drei Teile. Der dreiachsige Mitteltrakt ist ein Geschoss höher als die beiden Seitenflügel; ein durchlaufendes, gebändertes Erdgeschoss verbindet alles. Die Obergeschosse sind glatt verputzt und durch Lisenen und ein Kranzgesims geordnet. Gefugte Blenden fassen die Fenster zu senkrechten Bändern zusammen; im ersten Stock haben sie Segmentgiebel, im zweiten gerade Verdachungen.
In der Mitte liegt das hohe Portal mit einer Kartusche im Scheitel, darüber ein Balkon auf Konsolen mit gebauchtem Eisengeländer. Im Kranzgesims wechseln Rosetten mit Triglyphen, die Dachgauben tragen Dreieckgiebel mit seitlichen Voluten. Auch die Schmalseiten zur Thunstrasse und zur Marienstrasse sind dreiachsig und symmetrisch.
Bis auf Anbauten im Osten und einige Vereinfachungen hat der Bau seine ursprüngliche Gestalt bewahrt; 1933 wurde das Dach des Südflügels umgebaut. 1994 wurde das Restaurant an der Thunstrasse 5 renoviert und am 4. Februar 1995 als Restaurant Kirchenfeld wiedereröffnet; zu diesem Anlass erschien eine kleine Schrift zur Geschichte des Quartiers. Seit 1995 ist dieser Teil vertraglich geschützt.
Davinet selbst wandte sich bald darauf anderen Aufgaben zu: 1891 war er Direktor des Kunstmuseums Bern geworden, 1899 machte ihn die Stadt zum Ehrenburger. Beim Vorbeigehen lohnt der Blick nach oben, auf den Fries mit Rosetten unter dem Dach.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Thunstrasse 5, Marienstrasse 6 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Kirchenfeld · Historisches Lexikon der Schweiz: Davinet, Horace Edouard · Wikidata: Wohnhaus mit Restaurant (1896)
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