Villenensemble am Thunplatz
Das Villenensemble am Thunplatz in Bern vereint neubarocke Villen aus der Zeit um 1900 rund um das Wasserschloss im oberen Kirchenfeld.

- Adresse
- Thunstrasse 55
- Baujahr
- 1899–1911
- Architekt
- Henry B. von Fischer, Eduard von Rodt, Stettler und Hunziker, Zeerleder und Bösiger
- Stil
- Neubarock, Neurokoko
- Heute
- Wohnhäuser und Residenzen ausländischer Vertretungen
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Der Thunplatz im oberen Kirchenfeld sieht barock aus, doch Platz und Häuser entstanden erst um 1900. Rund um das Wasserschloss stehen Villen mit Mansarddächern, Ecktürmen und Sandsteinschmuck, die bewusst an bernische Landsitze des 17. und 18. Jahrhunderts erinnern. Als Gruppe gelten sie als Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Das Kirchenfeld wurde ab 1881 bebaut, nachdem die Berne-Land-Company aus London die Kirchenfeldbrücke errichtet hatte. Prägend für den Thunplatz wurde der Architekt Henry Berthold von Fischer, ein grosser Bewunderer des Barockbaumeisters Niklaus Sprüngli. Laut der städtischen Denkmalpflege entwarf er rund um den Platz insgesamt zehn Villen im neubarocken Stil, und auf seine Anregung erhielt auch der Platz selbst eine neubarocke Gestalt. An der Thunstrasse 52 errichtete er 1900 sein eigenes Wohnhaus „Le Pavillon“ mit Mansarddach und zweistöckigem Eckturm; zum Garten hin öffnet sich eine Säulenhalle, und der axial angelegte Garten reicht bis zum Dählhölzliwald. Gegenüber stehen die Villen Thunstrasse 59–63, ebenfalls von 1900 und von Fischer.
Andere Architekten ergänzten das Ensemble: Stettler und Hunziker bauten 1903 die herrschaftliche Villa an der Alpenstrasse 35, Zeerleder und Bösiger 1911 eine Villa im Stil des Neurokoko an der Kirchenfeldstrasse 88. Schräg gegenüber dem Wasserschloss entwarf Eduard von Rodt 1899 für sich selbst die Villa an der Thunstrasse 55, einen Putzbau mit Sandsteingliedern, hohem Mansarddach und einem turmartig erhöhten Treppenhaus an der Westecke. Bei der Renovation 1992 wurden die Aufsätze der Dachgauben rekonstruiert; auf die türmchenartige Dachbekrönung verzichtete man dabei aus Kostengründen.
Die Häuser sind weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten und werden heute zum Teil als Residenzen ausländischer Vertretungen genutzt, so „Le Pavillon“ als Sitz des Botschafters von Luxemburg. Welche Gebäude genau zum geschützten Ensemble gehören, wird unterschiedlich angegeben; Wikidata nennt die Thunstrasse 52, 55, 59, 61 und 63, die Alpenstrasse 35 sowie die Kirchenfeldstrasse 88 und 90. Am besten erschliesst sich das Ensemble vom Wasserschloss aus: Von dort sieht man die Hauptfront der Villa Thunstrasse 55 mit ihrer kräftigen mittleren Dachgaube und dem Balkon.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Thunstrasse 55 · Bauinventar der Stadt Bern: Thunplatz 1 (Wasserschloss, zu H. B. von Fischers Villen) · KGS-Inventar / GSK Kunstführer: Villenensemble Thunplatz (KGS 00738), über Web Archive · Wikipedia (de): Villa Le Pavillon · Wikidata: Villenensemble Thunplatz (Q19362522)
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