Wasch- und Ofenhaus an der Bolligenstrasse 133a
Das kleine Wasch- und Ofenhaus an der Bolligenstrasse 133a gehört zum alten Ausserkrankenhaus der Waldau und wurde 1762–1764 gebaut.
- Adresse
- Bolligenstrasse 133a
- Baujahr
- 1762–1764
- Architekt
- Niklaus Sprüngli (1725–1802)
- Stil
- Barock
- Schutz
- schützenswert; Baugruppe Waldau
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Auf dem Gelände der Waldau an der Bolligenstrasse steht eine Gruppe alter Gebäude, deren Geschichte bis ins späte Mittelalter zurückreicht. 1491 verlegte Bern sein Siechenhaus vom Haspelgässchen auf das Breitfeld im Kirchspiel Bolligen; im selben Jahr begann der Bau der Kapelle, die 1501 sicher vollendet war. 1598/99 erhielt der Siechenmeister mit dem Siechenschlössli einen neuen Sitz, und im 18. Jahrhundert wurde die Anlage deutlich ausgebaut.
In diese Ausbauphase gehört das Wasch- und Ofenhaus mit der Nummer 133a. Es wurde 1762 bis 1764 zusammen mit einem zweiten eingeschossigen Wirtschaftsgebäude (Nr. 135a) nach Plänen von Niklaus Sprüngli errichtet. Mit den beiden Bauten erhielt der Hof zwischen dem Siechenschlössli und dem älteren Blatternhaus seine fast geschlossene Form. 1765 legte ein Ratsbeschluss das Siechenhaus und das Tollhaus zusammen; die Anlage hiess fortan Ausserkrankenhaus.
Sprüngli (1725–1802) gehört zu den bedeutenden Berner Architekten des 18. Jahrhunderts. Er lernte beim Münsterwerkmeister Johann Jakob Jenner, lebte von 1746 bis 1755 in Paris und baute in Bern unter anderem die Hauptwache (1766–1767) und das Hôtel de Musique (1767–1770). Für die Obrigkeit betreute er zahlreiche Bauten im ganzen bernischen Gebiet, 1770 wurde er Steinwerkmeister, 1796 Münsterwerkmeister.
Das Wasch- und Ofenhaus selbst ist ein kleiner, massiv gemauerter Bau mit nur einem Geschoss unter einem Mansarddach. An den Ecken sitzen Lisenen aus Sandstein mit Fugen, und die unregelmässig verteilten Türen und Fenster haben Rahmen aus Sandstein. Seine Bedeutung liegt weniger im einzelnen Haus als in seiner Rolle als östlicher Abschluss des Hofes, den es mit dem Siechenschlössli (Nr. 133) und dem Bau Nr. 135 bildet. Die Denkmalpflege stuft es als schützenswert ein und zählt es zur Baugruppe Waldau.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bolligenstrasse 133A · Wikidata: Q138978456 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Waldau · HLS: Sprüngli, Niklaus
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