Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Bauwerk

Wohnhäuser mit Läden an der Thunstrasse 6/8

Das Doppelhaus Thunstrasse 6/8 im Berner Kirchenfeld von 1894: Sichtbackstein, Holzgiebel im Tudorstil und ein originaler Laden.

Wohnhäuser mit Läden an der Thunstrasse 6/8, Bern
Foto: Cmdr Zod, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Thunstrasse 6, Thunstrasse 8
Baujahr
1894
Stil
Sichtbacksteinbau mit Formen der englischen Tudorgotik
Bauherr
J. Schättli, Vater & Sohn
Bauunternehmer
H. Frischknecht, Bern
Schutz
schützenswert (Bauinventar), Baugruppe Kirchenfeld
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Nahe beim Helvetiaplatz, am unteren Ende der Thunstrasse, steht ein Doppelhaus aus rotem Sichtbackstein, das sich von den verputzten Nachbarn deutlich abhebt. Es wurde 1894 vom Berner Bauunternehmer H. Frischknecht für J. Schättli, Vater & Sohn, errichtet. Das Bauinventar der Stadt Bern beschreibt seine Formen als ländlich-malerisch und von der englischen Tudorgotik abgeleitet und führt das Haus als schützenswert.

Der Bau steht mit der Traufseite zur Strasse und trägt ein Viertelwalmdach. Lisenen rahmen und gliedern die Backsteinflächen. Das Erdgeschoss ist rustiziert verputzt; bei Nummer 8 ist der ursprüngliche Ladeneinbau erhalten. Die Fenster der zwei Obergeschosse sitzen in hohen Sandsteinrahmen mit geradem Sturz. Jede der beiden Haushälften hat drei Achsen, deren mittlere ein spitzer Quergiebel betont.

Diese Giebel sind das Besondere: Sie haben aufwendige Holzverstrebungen und ein nach vorn gewölbtes Gerschild, im zweiten Stock liegen hölzerne Balkone unter Pultdächern. Gerade die Holzteile zeigen nach dem Urteil der Denkmalpflege eine für Bern ungewöhnliche, eigenständige Formensprache von hoher Qualität. Auf der Rückseite treten zwei kräftige Eckrisalite mit Zwillingsfenstern hervor.

Das Haus wurde immer wieder dem Bedarf angepasst. 1899 kam ein Magazingebäude hinzu (8A), 1935 ein Anbau im Osten. Die Läden wurden 1961 und 1962 umgebaut, 1975 entstand der Zwischenbau neu, und in den 1970er-Jahren wurden beide Häuser renoviert. 1998/99 erhielt Nummer 6 seitlich einen verglasten, gedeckten Sitzplatz, 2013 wurde bei Nummer 8 das zweite Obergeschoss innen umgebaut. Die seitlichen Ladenbauten, die einst über den Hauptbau hinausragten, sind im Osten verschwunden und im Westen nicht mehr original.

Die Häuser gehören zur Baugruppe Kirchenfeld, dem nach einem Plan von 1881 angelegten Quartier. Wer genau hinsieht, findet in den Giebeln die feinen Holzarbeiten, die den Bau von seinen Nachbarn unterscheiden.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Thunstrasse 6, 8 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Kirchenfeld · Wikidata: Wohnhaus mit Ladengeschäft (1894)

Lage in Bern
Auf der Karte

Thunstrasse 6

Karte öffnen

Bauten in der Nähe

Wohn- und Geschäftshaus an der Thunstrasse 410 mWohn- und Geschäftshaus an der Thunstrasse 740 mWohnhaus mit Restaurant an der Thunstrasse 570 mVilla an der Museumstrasse 1290 mWohn- und Geschäftshaus an der Thunstrasse 1490 mTrinkwasserspenderKunstwerk · 120 mNUR SENDER KANN MAN ORTENKunstwerk · 120 mL'Histoire et la PoésieKunstwerk · 120 m

Alle Bauten von A bis Z · Architektur & Denkmäler: Berns geschützte Bauten auf der Karte · Sehenswürdigkeiten in Bern

Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.