Wohn- und Geschäftshaus an der Thunstrasse 4
Das Wohn- und Geschäftshaus an der Thunstrasse 4 im Berner Kirchenfeld ist ein roter Sichtbacksteinbau des Architekten Alfred Hodler von 1896.

- Adresse
- Thunstrasse 4
- Baujahr
- 1896
- Architekt
- Alfred Hodler (1851–1919), Bern
- Stil
- Neurenaissance, Sichtbackstein
- Bauherr
- A. Siebert, Buchhändler
- Schutz
- schützenswert; Baugruppe Kirchenfeld
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Die Thunstrasse beginnt am Helvetiaplatz, den der Kirchenfeld-Plan von 1881 als Empfangsraum des neuen Quartiers vorsah, mit sternförmig ausstrahlenden Strassen. Gleich am Anfang steht die Nummer 4, ein Wohn- und Geschäftshaus von 1896. Entworfen hat es der Berner Architekt Alfred Hodler (1851–1919), Bauherr war der Buchhändler A. Siebert.
Das Haus war Teil eines grösseren Ganzen. Zusammen mit der inzwischen abgebrochenen Thunstrasse 2 und den Häusern Helvetiastrasse 5 und 7 bildete es nach dem Urteil der Denkmalpflege einen der grossartigsten Wohnpaläste der Gründerzeit in Bern. Bei der Gestaltung nahm man besondere Rücksicht auf das Museum auf der gegenüberliegenden Seite.
Über dem Erdgeschoss erheben sich zwei Obergeschosse aus rotem Sichtbackstein, gefasst von Lisenen im Eckverband; diese gliedernden Teile sind aus Sandstein. Die hohen Fenster haben doppelt gefaste Gewände und vertiefte Felder unter den Fensterbänken. In der Mitte der dreiachsigen Strassenseite sitzt im zweiten Stock ein Erker auf Volutenkonsolen mit drei Rundbogenfenstern. Das Kranzgesims trägt über den Fenstern und dem Erker Reliefs mit Beschlagwerk. Die Schmalseite nach Osten hat ebenfalls drei Achsen und gleiche Fenstergewände.
1966 wurde das Erdgeschoss vollständig für Läden umgebaut, und Dachausbauten ersetzten den ursprünglichen Volutengiebel. Die eingeschossige Ladenzone reicht über das Haus hinaus und verbindet es mit dem Nachbarhaus Thunstrasse 6. Trotz dieser deutlichen Vereinfachungen hat der Bau laut Denkmalpflege seinen ursprünglichen Charakter bewahrt; er ist schützenswert und gehört zur Baugruppe Kirchenfeld. Am schönsten ist der Erker mit seinen drei Bogenfenstern.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Thunstrasse 4 · Wikidata: Q128600329 · Wikidata: Alfred Hodler (Q94928567) · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Kirchenfeld
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