Bauernhof von Schloss Wittigkofen am Melchenbühlweg 139
Der Bauernhof am Melchenbühlweg 139 gehört zum Landsitz Schloss Wittigkofen im Osten Berns; seine heutige Grundform stammt von 1751.

- Adresse
- Melchenbühlweg 139
- Baujahr
- heutige Form 1751; Erweiterungen 1873, 1893, 1902, 1922
- Architekt
- unbekannt
- Stil
- ländlicher Holzständerbau, Ställe in Sichtbackstein
- Heute
- Teil der Baugruppe Schloss Wittigkofen
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Der Melchenbühlweg ist ein Teil des alten Wegs, der von Bern durch die Haspelgasse ins Berner Oberland führte. In hügeligem Gelände an diesem Weg befindet sich das Landgut Wittigkofen, das schon im 13. Jahrhundert erwähnt wird und später verschiedenen Berner Ratsherrenfamilien gehörte. Wo der Wittigkofenweg in den Melchenbühlweg mündet, steht der Bauernhof mit der Nummer 139. Er ist ein wichtiger Bestandteil dieses Landsitzes.
Seine heutige Form erhielt der Hof 1751. Mitte des 18. Jahrhunderts liess der Schlossherr Johann Rudolf von Wurstemberger die Bauten des Guts barock umgestalten, und er gilt auch beim Bauernhof als wahrscheinlicher Bauherr. Ein Architekt ist nicht bekannt. Der Kern ist ein Holzständerbau auf einem gemauerten Erdgeschoss unter einem steilen, mächtigen Dach, das an den Schmalseiten zu einem Viertel abgewalmt ist. Der Giebel im Südwesten ist gemauert und verputzt, mit Eckquadern und Sockel aus Sandstein.
Danach wuchs der Hof mit dem Betrieb. Erweiterungen folgten 1873, 1893 und 1902. Die Ställe an den Längsseiten aus Sichtbackstein stammen von 1893 und haben hohe Scheunentore und darüber eine locker gefügte Bohlenwand. 1922 kam im Nordosten ein querstehender, zweigeschossiger Anbau hinzu, dessen Fachwerkgeschoss auf einer mit Brettern verschalten Holzkonstruktion steht. Dieser Anbau prägt heute den Gesamteindruck und lässt die ursprüngliche Form etwas verschwimmen. Der Hauptbau selbst ist im Wesentlichen erhalten.
Für das Bild des Landsitzes ist der Hof zusammen mit der Scheune Nr. 137D und der grossen Kastanie dazwischen wichtig. Rund um das Schloss blieb trotz der nahen Überbauung viel offenes Land mit Baumgruppen und Eichen an den Wegen erhalten. Der Schriftsteller Rudolf von Tavel, der in der Nähe wohnte, liess mehrere seiner Erzählungen im Schlössli spielen. Wer den Hof besucht, sollte auf die alte Kastanie achten, die zwischen Bauernhaus und Scheune steht.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Melchenbühlweg 139 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Schloss Wittigkofen · Wikipedia (de): Schloss Wittigkofen · Wikidata Q139079157
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