Schloss Wittigkofen
Schloss Wittigkofen am Ostrand von Bern ist ein Landsitz aus der Zeit um 1580, dessen Wohnhaus und Lusthaus im 18. Jahrhundert barock umgestaltet wurden.

- Adresse
- Melchenbühlweg 137
- Baujahr
- Wohnhaus 1577, Lusthaus 1581, Verbindungsbau 1684; barocke Umbauten um 1720 und nach 1745
- Architekt
- Unbekannt
- Stil
- Spätgotischer Landsitz, barock umgestaltet
- Heute
- Privatbesitz, Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Melchenbühlweg, am östlichen Stadtrand, liegt Schloss Wittigkofen. Es ist weniger eine Burg als ein grosser Landsitz. Den Kern bilden zwei Bauten, die ursprünglich frei standen: im Südwesten das Wohnhaus, im Nordosten das Lusthaus. Ende des 17. Jahrhunderts verband man sie durch einen Zwischentrakt und eine hölzerne Laube.
Der Ort hat eine lange Geschichte. Mitte des 13. Jahrhunderts wird Heinricus de Wittenchoven als erster Lehnsherr genannt, 1271 kaufte eine geistliche Gemeinschaft das Anwesen von Heinrich von Seedorf. 1570 erwarb der Berner Schultheiss Beat Ludwig von Mülinen das Gut; nach der englischen Wikipedia gab er sechs Jahre später die Hälfte an Hans Rudolf Steiger weiter. Das Bauinventar nennt beide als Bauherren der Neubauten um 1580 und datiert das Wohnhaus auf 1577, das Lusthaus auf 1581 und den Verbindungsbau auf 1684. Die deutschsprachige Wikipedia erwähnt ausserdem, dass 1580 Teile des Schlosses abbrannten.
Das Wohnhaus ist ein dreigeschossiger Putzbau unter einem Walmdach mit Ründi, dem für Bern typischen runden Holzbogen unter dem Dachvorsprung. Um 1720 erhielt es barocke Fassaden, an der Nordostecke steht ein viergeschossiger Treppenturm. Das turmartige Lusthaus trägt aufgemalte Eckquader; im zweiten Obergeschoss sind noch die Fenster von 1581 erhalten. Der Riegbau von 1684 ist auf der Hofseite grau in grau bemalt. Weitere barocke Umbauten nach 1745 gehen auf J. R. von Wurstemberger zurück. Zur Anlage gehören ausserdem ein Sodbrunnen mit Kupferhaube, Gartenportale und ein Ofenhaus mit Gartensaal aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Als die Franzosen einmarschierten, verwüsteten und plünderten Soldaten das Schloss am 5. März 1798; zeitweise hatten die Verteidiger der alten Ordnung hier ihr Hauptquartier. Der Berner Schriftsteller Rudolf von Tavel lässt es in mehreren Erzählungen vorkommen. 2011 erwarb die Bibliothek am Guisanplatz, eine Bibliothek des Bundes, die Sammlung der Familie von Wurstemberger, die im Schloss aufbewahrt worden war, darunter Bücher, Karten und ein Porträt. Für das Bauinventar ist Wittigkofen der ausgedehnteste und bedeutendste spätgotische Landsitz in der Umgebung Berns. Das Schloss ist in Privatbesitz und ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Ein Detail: die aufgemalten Eckquader am Lusthaus, die eine Kante aus Haustein nur vortäuschen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Melchenbühlweg 137, 137A, 137B · Wikipedia (de): Schloss Wittigkofen · Wikipedia (en): Wittigkofen Castle · Wikidata: Q1355887
Bauten in der Nähe
Scheune am Melchenbühlweg 137d50 mBauernhof von Schloss Wittigkofen am Melchenbühlweg 13970 mPächterhaus am Melchenbühlweg 13680 mHenzistock am Melchenbühlweg100 mSiedlung Merzenacker210 mohne TitelKunstwerk · 440 mohne TitelKunstwerk · 450 mWurmKunstwerk · 460 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.