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Henzistock am Melchenbühlweg

Der Henzistock am Melchenbühlweg 136a in Bern ist ein Landhaus vom Ende des 16. Jahrhunderts, das mit der Henzi-Verschwörung von 1749 verbunden ist.

Henzistock am Melchenbühlweg, Bern
Foto: Hadi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Melchenbühlweg 136a
Baujahr
Ende 16. Jahrhundert, Wiederaufbau 1981
Architekt
Wiederaufbau: Ueli Bellwald
Stil
Spätgotisches Landhaus
Heute
Wohnhaus beim Schloss Wittigkofen
Schutz
erhaltenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Beim Schloss Wittigkofen im Osten Berns steht ein kleines, zweigeschossiges Landhaus mit Fachwerk, umlaufender Laube und einem Viertelwalmdach. Davor liegt der Bauerngarten des Nachbarhauses Nummer 136 mit Wegkreuz und Brunnen. Das Haus stand allerdings ursprünglich nicht hier, sondern am Giessereiweg 22 beim Sulgenbach, auf der anderen Seite der Stadt.

Erbaut wurde es gegen Ende des 16. Jahrhunderts als kleines, repräsentatives Landhaus. Laut Bauinventar verdankt es seinen Namen dem Jahr 1749: Damals gehörte es Samuel Henzi, und eine Gruppe unzufriedener Bürger plante hier mit ihm einen Umsturz der Regierung. Das Historische Lexikon der Schweiz beschreibt den Hintergrund: Die im Rat nicht vertretenen Bürger wollten die Herrschaft weniger Patrizierfamilien brechen. Das Lexikon verortet den Beginn der Verschwörung am 25. Juni 1749 in einer Indiennefärberei im Sulgenbach, die Johann Friedrich Küpfer gehörte. Schon am 2. Juli wurde der Plan verraten, am 17. Juli liess die Regierung Henzi und zwei Mitverschworene enthaupten.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Haus für eine Indiennefärberei, also das Bedrucken und Färben von Baumwollstoffen, umgebaut und danach für Wohnen und Gewerbe genutzt. 1977 brach man es am Giessereiweg ab, 1981 baute es der Architekt Ueli Bellwald am heutigen Ort wieder auf. Die Denkmalpflege merkt an, dass ein solches Versetzen immer heikel sei, das Haus sich aber gut in seine neue Umgebung einfüge.

Das Erdgeschoss ist gemauert und verputzt, Ecken und Fenstergewände sind aus Sandstein, die Fenster zu zweit oder zu dritt gekoppelt. Darüber kragt das Wohngeschoss in Fachwerk leicht vor; es ist höher und schlanker proportioniert. Felder ohne Fenster sind mit Andreaskreuzen ausgesteift, an der Südost- und Südwestseite läuft eine Laube um das Haus. Die Denkmalpflege sieht darin ein typisches kleines Landhaus der späten Gotik, nicht reich geschmückt, aber sorgfältig gearbeitet. Ein Detail für den genauen Blick: die fein profilierten Büge, die schrägen Holzstreben am Obergeschoss.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Melchenbühlweg 136A · Historisches Lexikon der Schweiz: Henzi-Verschwörung · Wikipedia (de): Samuel Henzi · Wikidata: Henzistock (Q107565949)

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Melchenbühlweg 136a

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