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Kunst in Bern · Bauwerk

Béatrice-von-Wattenwyl-Haus

Das Béatrice-von-Wattenwyl-Haus an der Junkerngasse 59 in Bern ist ein barockes Stadtpalais und seit 1934 Empfangshaus des Bundesrats.

Béatrice-von-Wattenwyl-Haus, Bern
Foto: Sandstein, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Junkerngasse 59, Junkerngasse 59b
Baujahr
Umbau 1705 (Stadt Bern), 1705–1706 (Wikipedia) bzw. 1707 (Wikidata); Kern gotisch
Architekt
Joseph Abeille
Stil
Barock (Louis XIV)
Heute
Repräsentationshaus des Bundesrats
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Von der Junkerngasse aus fällt das Haus kaum auf: Die Fassaden zur Gasse sind schlicht und lassen das reiche Palais dahinter nicht erahnen. Die eigentliche Schauseite liegt im Süden und ist am besten von der Münsterplattform aus zu sehen. Dort zeigt sich ein vornehmer Barockbau mit Freitreppe, Balkon, einem Dreieckgiebel mit dem Wappen der Familie Frisching und einem Dachreiter. Davor fallen Terrassen und Gärten in Stufen zum Aarehang ab. Eine gedachte Achse von 100 Metern verläuft durch Haus und Gärten.

Die Geschichte des Hauses beginnt im 16. Jahrhundert. 1529 erwarb Hans Frisching, Söldnerführer, Landvogt und später Mitglied des Kleinen Rats, das frühere Stadthaus des Klosters Frienisberg. Über viele Generationen blieb es Stadtsitz der Patrizierfamilie Frisching. Samuel Frisching, später Schultheiss, liess das gotische Haus umbauen, entworfen hatte den Umbau Joseph Abeille: Nach der Stadt Bern legte er 1705 zwei Bauten zusammen und errichtete den Südtrakt neu, Wikipedia gibt 1705 bis 1706 an, Wikidata 1707. Die Stadt bezeichnet den Bau als ersten reinen Louis-XIV-Bau der bernischen Architektur.

1838 kam das Haus durch Erbschaft an die Familie von Wattenwyl. Jakob Emanuel von Wattenwyl schloss 1929 mit der Eidgenossenschaft einen Schenkungsvertrag; nach seinem Tod 1934 ging das Haus an den Bund über und trägt seither den Namen seiner Frau, Béatrice von Wattenwyl. Zur Schenkung gehörte auch das Haus gegenüber an der Junkerngasse 54, das einst als Pferdestall, Remise und Wohnung für Dienstboten diente.

Heute nutzt der Bundesrat das Haus für Empfänge. Seit 1970 treffen sich hier regelmässig Bundesrat und Regierungsparteien zu den nach dem Haus benannten Von-Wattenwyl-Gesprächen. Verwaltet wird es vom Bundesamt für Bauten und Logistik. Das Haus ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.

Ein Detail zum Suchen: das Frisching-Wappen im Giebel der Südfassade, gut sichtbar von der Münsterplattform.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Stadt Bern: Altstadtbeschriftung, Texte dreisprachig (Junkerngasse 59) · Wikipedia (de): Béatrice-von-Wattenwyl-Haus · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt (alle Adressen) · Wikidata: Q1019354

Lage in Bern
Auf der Karte

Junkerngasse 59

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