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Kunst in Bern · Bauwerk

Zeerleder-Haus

Das Zeerleder-Haus an der Junkerngasse 51 in der Berner Altstadt ist bekannt für seine 1897 bemalte Fassade mit einem Stammbaum der früheren Besitzer.

Zeerleder-Haus, Bern
Foto: Sandstein, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Junkerngasse 51
Baujahr
16. Jh. (Vorderhaus), Gassenfassade nach 1612, Hinterhaus um 1760–70
Architekt
unbekannt
Stil
Spätgotik/Renaissance; Fassadenmalerei 1897 neugotisch
Heute
Wohnhaus; Kulturgut von nationaler Bedeutung (A)
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Junkerngasse fällt das Haus Nummer 51 sofort auf: Fassade und Vordach sind von oben bis unten bemalt, mit gemalter Architektur, Wappen und Namen. Diese Malerei entstand 1897 im Stil der Neugotik und ist in der Altstadt einzigartig. Sie zeigt die Reihe der Besitzer des Hauses von 1335 bis 1806. Als Maler nennt das Kulturgüterinventar des Bundes Rudolf Münger, die Beschriftungstafel der Stadt Bern Rudolf und Hans Münger. Fassade und Malerei wurden 2002 konserviert und restauriert.

Hinter dieser Fassade steckt eine lange Baugeschichte. Zwischen 1500 und 1516 kaufte Kaspar von Mülinen drei ältere Häuser zusammen, darunter das frühere Stadthaus des Zisterzienserinnenklosters Fraubrunnen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts liess Franz Ludwig von Erlach den Komplex weitgehend umbauen. Laut der städtischen Tafel entstand die heutige Gassenfassade nach 1612, wobei die Laubenbögen zweier ursprünglich getrennter Häuser erhalten blieben. Die gekoppelten Fenster folgen noch gotischer Tradition, ihre strenge Ausrichtung in Achsen verrät aber schon die Renaissance.

Hinten schliesst ein Hof an, an dessen Rückseite um 1760 bis 1770 ein neues Hinterhaus mit einer Gartenfassade und Giebel entstand; den Giebel verlor es, als man 1851/52 ein Geschoss aufsetzte. Mittelpunkt der Hoffassade ist ein runder Treppenturm, und ein Balkon mit kunstvollem Geländer im Stil der Régence gibt dem Hof eine festliche Note. Die Wohnungen wurden 2003 bis 2005 Geschoss für Geschoss behutsam instand gestellt.

Einer der bekanntesten Bewohner war der Arzt, Naturforscher und Dichter Albrecht von Haller, der von 1766 bis 1772 hier wohnte; Wikidata stützt diese Angabe auf die Inschrift an der Haustür. Hallers Tochter Sophie Charlotte heiratete den Bankier Ludwig Zeerleder, und ihre Söhne spielten in Bern eine wichtige Rolle. 1806 kam das Haus an die Familie Zeerleder, nach der es heute benannt ist. Das Zeerleder-Haus ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Schauen Sie beim Besuch auch auf das bemalte Vordach und die Inschrift an der Tür.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: KGS-Inventar (BABS/GSK): Zeerlederhaus, KGS 9111 (Wayback-Kopie) · Stadt Bern: Altstadtbeschriftung, Texte dreisprachig (Junkerngasse 51) · Wikidata Q19362524 (Bewohner Albrecht von Haller 1766–1772) · HLS: Ludwig Zeerleder · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (nur Liste)

Lage in Bern
Auf der Karte

Junkerngasse 51

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