Diesbachhaus an der Münstergasse
Das Diesbachhaus an der Münstergasse 2 in der Berner Altstadt ist ein Patrizierhaus von 1716 bis 1718 mit einer Vorgeschichte bis um 1470.

- Adresse
- Münstergasse 2
- Baujahr
- 1716–1718 (Vorgängerbau um 1470)
- Architekt
- wohl Hans Jakob III. Dünz
- Stil
- Barock
- Heute
- im Besitz des Kantons Bern (seit 1899); Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Ecke von Münstergasse und Kreuzgasse steht ein hoher Sandsteinbau mit breiter Front. Seine sechs Fensterachsen sind streng rechtwinklig gegliedert, ohne vortretenden Mittelteil. Im Erdgeschoss fassen flache Bogen auf vierkantigen Pfeilern je zwei Achsen zusammen, in den Obergeschossen rahmen gebänderte Lisenen jede einzelne Fensterreihe. Die Seite zur Kreuzgasse hat acht Achsen und als einzigen Akzent ein rundbogiges Hofportal.
Schon um 1470 stand hier ein Wohnhaus des Niklaus von Diesbach (1430–1475), der im Handelshaus der Diesbach-Watt-Gesellschaft ausgebildet worden war und 1465/66 sowie 1474/75 als Schultheiss an der Spitze der Stadt Bern stand. Laut dem Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte war es ein hoch aufragender Bau burgundischer Art mit steilem Walmdach und achteckigen Türmchen. Ein Relief mit seinem Wappen, das um 1470 am Haus angebracht war, bewahrt heute das Bernische Historische Museum.
1716 liess Junker Hans Georg von Diesbach dieses „Stadtschloss“ abbrechen. Der Neubau war 1718 vollendet und stammt wohl von Hans Jakob III. Dünz. Er übernahm die hohe Gestalt seines Vorgängers, wandte der Gasse aber eine breite statt einer schmalen, hohen Front zu. Seit 1899 gehört das Haus dem Kanton Bern; der Kunstführer von 2005/2006 nennt es Sitz der Justizdirektion. 1986 wurde es restauriert und das Dachgeschoss ausgebaut.
Achten Sie über dem Hofportal auf die Wappenkartusche der Familie von Diesbach – sie ist eine Kopie von 1956. Die beiden Hoffassaden sind völlig schmucklos, doch dort hat sich einer der wenigen erhaltenen Aufzugsgiebel der Altstadt erhalten. Im Inneren führt ein zweiläufiges Treppenhaus zu zwei Salons gegen die Münstergasse; im ersten Obergeschoss sind sie mit Nussbaumtäfer, Decken im Stil Louis XIV und Cheminées aus rotem und schwarzem Marmor ausgestattet. Das Diesbachhaus ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: KGS-Inventar, Objektbeschreibung GSK-Kunstführer: Diesbachsches Sässhaus (KGS 681) · Historisches Lexikon der Schweiz: Niklaus von Diesbach · Wikipedia (de): Diesbach (Patrizierfamilie) · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen · Wikidata: Q19362474
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