Sinner-Haus an der Gerechtigkeitsgasse 81
Das Sinner-Haus an der Gerechtigkeitsgasse 81 in der Berner Altstadt ist ein vierstöckiger Neubau von Samuel Imhof aus den Jahren 1767 und 1768.

- Adresse
- Gerechtigkeitsgasse 81
- Baujahr
- 1767–1768
- Architekt
- Samuel Imhof
- Stil
- Spätbarock
- Heute
- Eigentum des Kantons Bern (laut Wikidata)
- Bauherrschaft
- Karl Ludwig Sinner
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Das stattliche Eckhaus in der unteren Altstadt fällt durch seine Gliederung auf: Über dem Laubengeschoss fasst eine grosse Ordnung zwei Hauptgeschosse zusammen, und das dritte Obergeschoss sitzt wie eine Attika über dem Kranzgesims. Die Hauptfassade hat vier Achsen; die beiden mittleren treten als Risalit leicht vor und tragen einen Giebel.
Die Entstehung ist ein Beispiel für die aktive Baupolitik des Berner Rats im 18. Jahrhundert. Nach dem Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte kaufte der Rat 1765 und 1766 die Eckhäuser und verkaufte sie an Karl Ludwig Sinner weiter. Sinner erwarb zusätzlich das östlich anschliessende Grundstück und liess 1767 und 1768 von Samuel Imhof einen vierstöckigen Neubau errichten. Daher stammt das Baujahr 1768, das auch Wikidata nennt. Das Haus passt in die Zeit: Bis 1780 erhielten in der Gerechtigkeitsgasse rund zwei Drittel der Häuser neue Fassaden im Stil des Spätbarocks.
Im Innern sind die Geschosse U-förmig um einen quadratischen Hof gelegt, der sich in Korb- und Stichbogenarkaden öffnet. Auf der Nordseite des Hofes liegt ein geräumiges, hufeisenförmiges Treppenhaus mit reichem Skulpturenschmuck und schmiedeeisernen Brüstungsgittern.
Später wurde das Haus verändert. Anfang des 19. Jahrhunderts ersetzte ein Mansarddach das ursprüngliche Walmdach. 1895 richtete man im Erdgeschoss das Restaurant Ratskeller ein und baute die Obergeschosse zu Büros um. Heute gehört das Gebäude laut Wikidata dem Kanton Bern. Es ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung und Teil der Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe gehört.
Ein Detail: Vom Laubengang aus lohnt ein Blick auf den Giebel über den beiden mittleren Fensterachsen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: GSK-Kunstführer via KGS-Inventar: Gerechtigkeitsgasse 81 (KGS 11785, archivierte Fassung) · Wikidata: Q19362489 · Wikipedia (de): Gerechtigkeitsgasse · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (nur Adressliste)
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