Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Bauwerk

Doppelmietshaus an der Thunstrasse 22/24

Ein reich geschmücktes Doppelmietshaus von 1897 an der Thunstrasse im Berner Kirchenfeld, entworfen vom jungen Büro Bracher & Widmer.

Doppelmietshaus an der Thunstrasse 22/24, Bern
Foto: Hadi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Thunstrasse 22, Thunstrasse 24
Baujahr
1897
Architekt
Bracher & Widmer, Bern
Stil
Neubarock bzw. Neurenaissance (Quellen uneinheitlich)
Bauherrschaft
Oberst Gutzwiller; A. Ciffea
Renovationen
1980 (Nr. 22), 1988/89 (Nr. 24)
Schutz
schützenswert; Schutzvertrag 1988
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Die Thunstrasse ist die Hauptachse des Kirchenfelds: Der Quartierplan richtete sie auf das damalige Bundeshaus aus, und eine Allee gehörte von Anfang an dazu. An ihr steht mit den Nummern 22 und 24 eines der aufwendigsten Mietshäuser des Quartiers. Über einem Kellersockel aus Kalksteinplatten liegt ein gebändertes Erdgeschoss mit kräftigem Gurtgesims; die Obergeschosse sind glatt verputzt und von gefugten Lisenen gerahmt. Darüber sitzt ein Mansartdach mit Lukarnen unter geschwungenen Giebeln.

Die beiden Haushälften sind unterschiedlich ausgebildet. Bei Nr. 22 wechseln die Fensterbekrönungen von Stockwerk zu Stockwerk; gegen Nr. 24 schliesst ein Vorbau mit Zwillingsfenstern ab, bekrönt von einem reichen Volutengiebel mit grosser Kartusche und Vasen. Dort tragen hohe Konsolen einen Balkon mit Balustern, darüber sitzt ein Fenster mit Büste in der Verdachung. An der Schmalseite steht ein Treppenturm mit Mansarthelm und achteckiger Laterne. Nr. 24 tritt etwas zurück, hat eine bemerkenswerte Holztür und an der Nordostecke einen Erker, der unten geschlossen und oben offen ist.

Gebaut wurde das Haus 1897 von Bracher & Widmer. Wilhelm Bracher und Friedrich Widmer hatten ihr Büro erst 1896 gegründet und waren um 1900 mit späthistoristischen Wohnbauten im Kirchenfeld erfolgreich; später entstand in ihrem Büro unter anderem das Berner Obergericht. Als Bauherren nennt das Inventar einen Oberst Gutzwiller und A. Ciffea.

Zum Stil gibt es zwei Lesarten: Das Bauinventar spricht im Titel von einem Neubarockblock, schliesst aber mit dem Urteil „Neurenaissancebau“; Wikidata führt Neobarock. 1980 wurde das Treppenhaus von Nr. 22 renoviert, 1988/89 folgte bei Nr. 24 eine Restaurierung mit neuem Naturschieferdach. Seit 1988 besteht ein Schutzvertrag, und das Haus ist als schützenswert eingestuft. Achten Sie auf die eiserne Gartentür und das verzierte Vordach am Treppenturm.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Thunstrasse 22, 24 · Historisches Lexikon der Schweiz: Wilhelm Bracher · Historisches Lexikon der Schweiz: Friedrich Widmer · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern · Wikidata: Q106621720

Lage in Bern
Auf der Karte

Thunstrasse 22

Karte öffnen

Bauten in der Nähe

Mehrfamilienhaus an der Dufourstrasse 2840 mReihenmietshäuser an der Thunstrasse 33–39 und Dufourstrasse 2370 mWohnhaus an der Luisenstrasse 30100 mWohnhaus Waldruh an der Thunstrasse 30120 mReiheneinfamilienhäuser an der Florastrasse 15–25150 mNUR SENDER KANN MAN ORTENKunstwerk · 260 mEvaKunstwerk · 260 mForum AltoKunstwerk · 280 m

Alle Bauten von A bis Z · Architektur & Denkmäler: Berns geschützte Bauten auf der Karte · Sehenswürdigkeiten in Bern

Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.