Ehemalige Tuchfabrik Schild an der Fellerstrasse 11
Die ehemalige Tuchfabrik Schild an der Fellerstrasse 11 in Bern-Bethlehem, um 1958 bis 1960 erbaut, beherbergt heute die Hochschule der Künste Bern.

- Adresse
- Fellerstrasse 11, Fellerstrasse 11a
- Baujahr
- 1958–1960 (laut Denkmalpflege 1958/59); Umbau 2005–2008
- Architekt
- Henry Daxelhofer; Umbau Rolf Mühlethaler
- Stil
- Industriebau der 1950er-Jahre mit Sheddach
- Heute
- Hochschule der Künste Bern
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Neben der Bahnstation Bümpliz Nord, zwischen Fellerstrasse und Bahnlinie, liegt ein langer, zweigeschossiger Bau mit Sheddach, dem sägezahnförmigen Dach vieler Fabrikhallen. Zur Fellerstrasse zeigt er seine Schauseite: Im Obergeschoss öffnet sich ein langes Fensterband, gerahmt von einer Blendmauer und in der Mitte vom Treppenhaustrakt unterbrochen. Die übrigen Seiten sind mit Welleternit verkleidet, ihre quadratischen, lukenartigen Fenster folgen dem Takt der halbrunden Sheds. Unverwechselbar ist der wie ein Ypsilon geformte Lüftungskamin an der Südostecke.
Bauherrin war die Textilfirma Schild AG, deren Stammhaus an der Wasserwerkgasse in der Matte nicht mehr genug Platz bot. Entworfen hat die Fabrik der Berner Architekt Henry Daxelhofer, unterstützt vom Ingenieurbüro Emch und Berger. Ein Betonskelett mit einem durchlaufenden Kastenträger ermöglichte im Obergeschoss eine fast stützenfreie Produktionshalle. Das Bauinventar datiert den Bau auf 1958 bis 1960, ein Text der städtischen Denkmalpflege auf 1958/59. Die Denkmalpflege sieht in der Anlage ein Musterbeispiel einer Fabrik am Stadtrand, in der Formen der 1950er-Jahre und erste Ansätze des Rationalismus zusammenkommen.
1977 endete die Tuchproduktion in Bern. Im Erdgeschoss folgten verschiedene Gewerbe, darunter eine Autogarage. 2000 zogen Ateliers der Hochschule für Gestaltung in die Obergeschosse, 2001 kaufte der Kanton Bern die Anlage. Aus einem Wettbewerb von 2002 ging der Architekt Rolf Mühlethaler hervor, der das Gebäude von 2005 bis 2008 für die Hochschule der Künste Bern umbaute. Tragstruktur und Erschliessungskern blieben erhalten, die Shedhalle im Obergeschoss erhielt kammartige Einbauten, und die Nordfassade bekam weitgehend ihr ursprüngliches Bild zurück.
Zum Komplex gehört das Kesselhaus (Nr. 11A) mit Turm und Hochkamin; das Bauinventar würdigt es als besonders gutes Beispiel einer sonst wenig beachteten Bauaufgabe. Nicht alles ging reibungslos: Statt zwei verlangte die Feuerpolizei sechs Fluchttreppen, und deren erste, zu massive Gestaltung musste nachträglich korrigiert werden. Seit 2011 gehört die Neoninstallation „Silver Lining“ von Mona Hatoum zum Bau. Die Fabrik ist im Bauinventar als schützenswert eingestuft.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Fellerstrasse 11, 11A · Denkmalpflege der Stadt Bern: Fellerstrasse 11 – Die Hochschule der Künste (Roland Flückiger) · Wikidata: Q114209565
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