Reformierte Kirche Bethlehem
Die reformierte Kirche Bethlehem an der Eymattstrasse 2 in Bern-West entstand 1958 bis 1960 nach einem Wettbewerbsentwurf von Werner Küenzi.

- Adresse
- Eymattstrasse 2
- Baujahr
- 1958–1960
- Architekt
- Werner Küenzi, Bern
- Stil
- Kirchenbau der Nachkriegsmoderne, Sichtbeton und Sichtbackstein
- Heute
- Reformierte Kirche mit Pfarrhaus und Kirchgemeindehaus (mit Café und Weltladen)
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Von aussen prägen sieben mächtige Betonbinder die Kirche: Sie tragen das kupfergedeckte Satteldach und bilden eine Art Aussenskelett, zwischen das Wände aus Sichtbackstein gestellt sind. Die Kirche ist das Zentrum einer streng rechtwinklig angelegten Gruppe. Im Westen schliesst das Pfarrhaus am Kornweg 21 an, im Osten das Kirchgemeindehaus, beide über niedrige Zwischenbauten. Eine durchbrochene Mauer verbindet die Südwand mit dem frei stehenden Glockenturm, der den Kirchhof nach Osten begrenzt.
Die Fläche war schon im Überbauungsplan von 1943 für den Bethlehemacker als Platz für eine Kirche vorgesehen; der Plan sah dort neben Läden auch Gemeinschaftsbauten für die neue Siedlung vor. 1956 fand dafür ein Wettbewerb statt. Den ersten Rang erhielt der Berner Architekt Werner Küenzi (1921–1997), der später unter anderem die Johanneskirche in Thun baute und mit Hans und Gret Reinhard den Gesamtplan für die Überbauung Schwabgut entwarf. Ausgeführt wurde die Kirche 1958 bis 1960.
Der Kirchenraum ist breiter als tief. Im Westen endet er in einer flachen Chornische, die von einem Fensterband hinterleuchtet wird; die Bänke sind wie in einer Arena vieleckig um diese Mitte gruppiert, der Boden besteht aus polierten Granitplatten. Über der Empore an der Ostwand sitzt ein grosses Buntglasfenster, das der Architekt selbst entworfen hat. An der Westwand hängen zwei Bronzeplastiken von Marcel Perincioli mit dem Titel „Verkünden und Hören“ aus dem Jahr 1969.
Das Bauinventar sieht in der Anlage einen Meilenstein im reformierten Kirchenbau der Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg. 2002/03 wurden Beton und Putz saniert. 2004 wurde die frühere Küsterwohnung im Kirchgemeindehaus zu einem Café mit Weltladen, Büros und einem Gruppenraum umgebaut. Wer um die Kirche herumgeht, sieht am besten, wie die Betonbinder und die eingestellten Backsteinwände gegeneinander gesetzt sind.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Eymattstrasse 2, 2A, 2B, Kornweg 21 · Bauinventar der Stadt Bern: Strukturgruppe Bethlehemacker · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Schwabgut · Plattform J: Johanneskirche Thun (7. April 2018) · Wikidata: Q114032831
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