Ehemaliges Progymnasium am Waisenhausplatz
Das ehemalige Progymnasium am Waisenhausplatz 30 ist ein Schulbau von 1883 bis 1885 und heute als Progr ein Zentrum für Kulturproduktion.

- Adresse
- Hodlerstrasse 1, Hodlerstrasse 3, Speichergasse 4, Waisenhausplatz 30
- Baujahr
- 1883–1885
- Architekt
- Eugen Stettler
- Stil
- Neoklassizismus
- Heute
- Progr – Zentrum für Kulturproduktion
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am nördlichen Ende des Waisenhausplatzes steht ein viergeschossiger Schulbau, dessen Platzfront kunstvoll auf die Mitte hin komponiert ist; hinter der plastisch gegliederten Mittelachse liegt das Treppenhaus. Der Sockel ist teilweise rustiziert, das erste und zweite Obergeschoss sind durch eine Kolossalordnung zusammengefasst, darüber folgt ein Attikageschoss. Eigentlich ist dies nur die Fassade eines Seitenflügels, doch durch ihre Ausrichtung auf den Platz wird sie zur Hauptfront. Die lange, asymmetrische Front an der Hodlerstrasse lässt Turnhalle, Aula und Treppenhäuser ablesen.
Die Stadt Bern liess das Gebäude von 1883 bis 1885 nach Plänen von Eugen Stettler an der Stelle des früheren Kornhauses des Burgerspitals errichten; es nahm das Gymnasium und die Primarschule für die obere Altstadt auf. Stettler ordnete damit das ganze Gebiet nordwestlich des Platzes neu: Trotz einer sich stark verjüngenden Parzelle entstand eine grosszügige Anlage mit einem zur Speichergasse offenen Hof. Zusammen mit dem Waisenhaus, der Neuen Mädchenschule, den Bauten der Evangelischen Gesellschaft und dem Kunstmuseum bildete das Haus den Mittelpunkt eines Stadtteils, der der Bildung und der Wohltätigkeit gewidmet war.
1926 zog das Gymnasium in einen Neubau im Kirchenfeld; Primarschule und Progymnasium blieben. Ende der 1990er-Jahre wollte die Stadt hier die Werke von Paul Klee zeigen, gab den Plan aber mit dem Bau des Zentrums Paul Klee auf. 2004 endete der Unterricht, und Kulturschaffende erhielten das Haus zur Zwischennutzung. Als es an einen Investor verkauft werden sollte, entschieden die Stimmberechtigten am 17. Mai 2009, dass es ein Kulturzentrum bleibt. Seit August 2009 hat die Stiftung Progr das Gebäude für 30 Jahre im Baurecht; laut Wikipedia arbeiten dort mehr als 150 Kunstschaffende in über 70 Räumen.
Im Pausenhof erinnern Einfriedung und Schranke noch an die frühere Trennung von Knaben und Mädchen. Achten Sie an der Hodlerstrasse auf die originelle Lampe über einem der Eingänge. Das Gebäude ist ein Kulturgut von regionaler Bedeutung und seit 2013 durch einen Unterschutzstellungsvertrag geschützt.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Hodlerstrasse 1, 3 / Speichergasse 4 / Waisenhausplatz 30 · Wikipedia (de): Progr · Wikipedia (de): Waisenhausplatz (Bern) · Wikidata: Q29651679
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