Ehemaliges Waisenhaus am Waisenhausplatz
Das ehemalige Knabenwaisenhaus am Waisenhausplatz 32 in Bern ist ein spätbarocker Bau von 1782–1786 und dient seit den 1940er-Jahren der Polizei.

- Adresse
- Waisenhausplatz 32
- Baujahr
- 1782–1786 (laut Wikipedia 1782/83)
- Architekt
- Ludwig Emanuel Zehender
- Stil
- Spätbarock
- Heute
- Polizeiwache
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am nördlichen, unteren Ende des Waisenhausplatzes steht ein breiter, dreigeschossiger Bau mit elf Fensterachsen, vortretenden Mittel- und Seitenteilen und einem eingefriedeten Vorhof. Die städtische Denkmalpflege zählt ihn städtebaulich, architektonisch und sozialgeschichtlich zu den wichtigsten Baudenkmälern Berns, denn ohne ihn wäre die heutige Form des Platzes nicht denkbar.
Die Burgergemeinde hatte laut SRF bereits 1757 ein Waisenhaus am heutigen Waisenhausplatz gegründet. Der heutige Bau entstand als Knabenwaisenhaus nach Plänen von Ludwig Emanuel Zehender; das Bauinventar datiert ihn auf 1782–1786, Wikipedia nennt 1782/83 und als zweiten Baumeister Samuel Jakob Imhoof. Nach dem Haus ist auch der Platz benannt, zunächst nur dessen nördlicher Teil, der 1784 aufgeschüttet war. Lange stand das grosse Zeughaus davor und schnürte den Platz ein; erst nach dessen Abbruch, 1876 laut Bauinventar, 1877 laut Wikipedia, rückte das Waisenhaus in den offenen Stadtraum.
Die Hofeinfriedung stammt von 1859 und verwendet das alte Gitter über dem Tor aus der Bauzeit, die Pappelreihe wurde wohl um 1835 gepflanzt. 1938 zogen die Waisen an den Stadtrand um. 1941/42 baute das städtische Hochbauamt das Haus für die Polizei um, was das Innere stark veränderte; Wikipedia nennt 1942 als Einzugsjahr der Kantonspolizei. Beim Bau der Tiefgarage unter dem Platz, die 1957 eröffnete, wurde der Garten bis auf das erste Untergeschoss abgetragen.
Seit 1908 ist die äussere Gestalt durch einen Regierungsratsbeschluss geschützt. Auf der Rückseite, die ähnlich gestaltet ist wie die Hauptfront, kamen im 20. Jahrhundert mehrere Anbauten hinzu, zuletzt 1987–1989 von Jürg Althaus. Heute ist das Gebäude eine Polizeiwache. Ein Detail beim Vorbeigehen: das schmiedeeiserne Gitter über dem Tor zum Vorhof, das noch aus der Bauzeit stammt.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Waisenhausplatz 32, 32A · Wikipedia (de): Waisenhausplatz (Bern) · SRF: Burgerliches Jugendwohnheim – Nach 260 Jahren ist Schluss · Wikidata: Waisenhaus (Q29651751)
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