Altstadthaus an der Aarbergergasse 24
Hinter einer schlichten Fassade um 1820/30 verbirgt das Haus an der Aarbergergasse 24 in Bern einen spätgotischen Kern aus der Zeit nach 1575.

- Adresse
- Aarbergergasse 24
- Baujahr
- spätgotischer Kern nach 1575, Fassade um 1820/30
- Architekt
- unbekannt
- Stil
- Spätgotik, Gassenfront Biedermeier
- Schutz
- schützenswert, Baugruppe Obere Altstadt
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Zur Aarbergergasse zeigt das Haus Nummer 24 eine einfache Biedermeierfassade mit nur zwei Fensterachsen; sie stammt aus der Zeit um 1820/30. Dahinter steckt ein deutlich älteres Gebäude: Das städtische Bauinventar datiert den spätgotischen Kern auf die Zeit nach 1575, Wikidata nennt das Jahr 1575 und ordnet das Haus der Spätgotik zu. Das Haus ist das Vorderhaus zur Speichergasse 21.
Die Rückseite zum Hof bewahrt spätgotische Doppelfenster mit gekehlten Laibungen und Mittelpfosten. Im 19. Jahrhundert wurde diese Fassade teilweise umgestaltet und mit hölzernen Lauben verkleidet. Der Hof selbst ist eingeschossig überbaut, ein eigenes Hofgebäude gibt es nicht. Im Innern beschreibt das Inventar ein weitgehend intaktes spätgotisches Haus mit einer geräumigen Wendeltreppe auf quadratischem Grundriss und mit zahlreichen originalen Ausstattungen wie Täfer und Holzdecken.
Die Nutzung wechselte im 20. Jahrhundert mehrmals. 1908 wurde eine Drogerie eingerichtet, 1909 folgte der Umbau zu einer Wirtschaft durch den Bautechniker Robert Häusler im Auftrag des Dachdeckers Fritz Hadorn. 1920 baute Baumeister Jos. Ghielmetti für den Wirt A. Meyer eine Schaufensteranlage ein, 1988 entstand eine neue. 1989 wurde der Dachstock ausgebaut und die Räume ab dem ersten Stock renoviert; dabei kamen zwei Kachelöfen ins Haus, die laut Inventar museal und am falschen Standort aufgestellt wurden. Weitere Umbauten folgten 1990 und 1999, als das Restaurant erweitert wurde. Das Brusttäfer im Gastraum zur Gasse stammt nach Angaben des Besitzers aus dem Kornhaus.
Seit 1990 ist der Schutz des Hauses vertraglich gesichert, 1992 erhielt die Stadt eine Dienstbarkeit für das ganze Gebäude. Es ist als schützenswert eingestuft, gehört zur Baugruppe Obere Altstadt und liegt im Perimeter der Berner Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe zählt. Wer das Haus von der Gasse aus betrachtet, sieht wenig von seinem Alter; die spätgotischen Formen zeigen sich erst auf der Hofseite.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Aarbergergasse 24 · Wikidata: Q122987541 · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (UNESCO-Welterbe)
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