Etagenwohnhaus an der Bernastrasse 10
Eine Villa von 1896 mit farbigen Kachelfassaden an der Bernastrasse im Berner Kirchenfeld, entworfen vom Architekten Ernst Baumgart für einen Arzt.

- Adresse
- Bernastrasse 10
- Baujahr
- 1896
- Architekt
- Ernst Baumgart, Bern
- Stil
- Historismus mit farbiger Keramikverkleidung
- Bauherrschaft
- E. Jordi, Arzt
- Schutz
- schützenswert, Baugruppe Kirchenfeld
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Gegenüber dem Schweizerischen Schützenmuseum an der Bernastrasse steht ein Haus von 1896, das sich durch seine Wandflächen von den Nachbarn abhebt: Statt Putz tragen die Fassaden mehrfarbige Kacheln. Der beinahe quadratische Baukörper unter einem Mansartdach ist auf allen vier Seiten in drei Achsen gegliedert. Die mittlere Achse springt jeweils als Risalit vor oder wird durch einen Erker oder eine Veranda betont; oben schliesst sie mit einem trapezförmigen Zwerchgiebel, dem ein reich gearbeitetes Holzwerk vorgesetzt ist.
Fenster und Türen sind mit Sandstein gerahmt, zur Strasse hin sitzt ein Erker aus Haustein auf Volutenkonsolen. Unter dem Dachrand verläuft ein gemalter Fries mit Blattwerk, darüber ist die Untersicht des Dachvorsprungs nach oben geschwungen. Das Inventar führt den Bau als Etagenwohnhaus, nennt ihn im Text aber eine Villa; Bauherr war der Arzt E. Jordi.
Entworfen hat es Ernst Baumgart (1858–1938). Er hatte in Stuttgart und an der École des Beaux-Arts in Paris studiert, war ab 1883 Partner von Gottlieb Hirsbrunner und gründete 1886 ein eigenes Büro in Bern. Gemeinsam mit Eugène Jost zeichnete er für das eidgenössische Postgebäude in Bern, das bis 1906 entstand; daneben baute er viele historistische Villen und Mehrfamilienhäuser mit reichem Fassadenschmuck. Das Haus steht im Kirchenfeld, das erst nach dem Bau der 1883 eröffneten Kirchenfeldbrücke erschlossen wurde; die Brücke hatte eine Gruppe englischer Geldgeber, die Berne-Land-Company, finanziert.
Für das städtische Bauinventar ist der Bau ein wichtiges Beispiel jener keramisch und farbig gestalteten Architektur, die nach 1880 in Mode kam. Der geschlossene Umriss, die symmetrischen Fassaden und die gedämpften Farben verraten dabei eine eher konservative Haltung. Abgesehen vom Dach, das bei einer Renovierung 1975 ausgebaut und stark vereinfacht wurde, ist der Zustand der Bauzeit weitgehend erhalten, ebenso der grösste Teil der ursprünglichen Einfriedung. Das Haus ist schützenswert und gehört zur Baugruppe Kirchenfeld. Schauen Sie sich die Kacheln aus der Nähe an: Die Farbigkeit ist bewusst zurückhaltend.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bernastrasse 10 · Wikipedia (de): Ernst Baumgart · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern · Wikidata: Q139270449
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