Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Bauwerk

Herrschaftliches Mietshaus an der Aegertenstrasse 1

Ein herrschaftliches Mietshaus von 1898 an der Spitze zwischen Berna- und Aegertenstrasse im Berner Kirchenfeld, entworfen von Eugen Stettler.

Herrschaftliches Mietshaus an der Aegertenstrasse 1, Bern
Foto: AnBuKu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Aegertenstrasse 1
Baujahr
1898
Architekt
Eugen Stettler, Bern
Stil
Neurenaissance (Bauinventar); Neobarock (Wikidata)
Bauherrschaft
Kirchenfeld-Baugesellschaft, Bern
Schutz
schützenswert, Vertrag 1998, Bundesschutz 1999
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Wo Berna- und Aegertenstrasse auseinanderlaufen, steht ein grosses städtisches Etagenwohnhaus von 1898 auf trapezförmigem Grundriss. Der Baukörper ist vielteilig: Ein tiefer Mittelbau trägt ein steiles Walmdach mit gekapptem First, an der Schmalseite erhebt sich ein vieleckiger Turm von dreieinhalb Geschossen, und an der breiten Seite schliesst ein unregelmässig vieleckiger Flügel an, der ein hohes Mansartdach trägt und in der Mitte vorspringt. Für die Bernastrasse bildet der Turm mit seinen deutlich abgeschrägten Ecken den Blickpunkt.

Alle Fassaden sind gleich behandelt. Über einem gebänderten Sockel aus Haustein folgt Sichtbackstein in gedämpften Farben, gegliedert durch reichen Sandsteinschmuck. In den Obergeschossen dominieren senkrechte Linien: Die Fenster sind zu hohen Bahnen zusammengefasst; verzahnte Gewände rahmen sie, und Dreieckgiebel, die ins Kranzgesims einschneiden, schliessen sie oben ab. Im Dach setzen Lukarnen die Achsen fort. Der Turm endet über einem Attikageschoss in einem steilen Helm mit einer Lukarne, flankiert von hohen Kaminen, die diagonal stehen; an der Schauseite hängen bauchige Balkone mit gusseisernen Geländern. Das Schieferdach ist mit Rauten gemustert.

Entworfen hat das Haus Eugen Stettler (1840–1913) für die Kirchenfeld-Baugesellschaft, der er seit 1887 angehörte. Stettler hatte an der École des Beaux-Arts in Paris studiert, arbeitete 1863–66 bei Charles Garnier, war danach Stadtbauinspektor und bis 1882 Münsterbaumeister in Bern; von ihm stammen unter anderem das Kunstmuseum und das städtische Gymnasium. Das Bauinventar ordnet das Haus seiner sehr konservativen Neurenaissance zu, angeregt von französischen Schlössern des 16. Jahrhunderts; Wikidata führt als Stil dagegen Neobarock.

1932 kam ein Terrassenvorbau hinzu. Bei der Renovation 1997 wurden die Sandsteinteile saniert, das Dach mit Naturschiefer neu gedeckt, die originalen Eichenfenster und Vorfenster repariert, die Metallfaltläden im Erdgeschoss nachgebaut, die Innenausstattungen restauriert und ein Lift eingebaut. Seit 1998 ist der Schutz vertraglich gesichert, 1999 kam der Schutz durch den Bund dazu. Das Haus ist schützenswert und gehört zur Baugruppe Kirchenfeld. Schauen Sie vom vorderen Teil der Bernastrasse auf den Turm und seine schräg gestellten Kamine.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Aegertenstrasse 1 · Historisches Lexikon der Schweiz: Eugen Stettler · Wikidata: Q139377412

Lage in Bern
Auf der Karte

Aegertenstrasse 1

Karte öffnen

Bauten in der Nähe

Doppelvilla an der Aegertenstrasse 7/950 mEtagenwohnhaus an der Bernastrasse 1090 mSchweizer Schützenmuseum120 mMuseum für Kommunikation120 mEidgenössische Münzstätte140 mSusanna im BadeKunstwerk · 70 mOrbitKunstwerk · 70 mErdbeer-MareiliKunstwerk · 80 m

Alle Bauten von A bis Z · Architektur & Denkmäler: Berns geschützte Bauten auf der Karte · Sehenswürdigkeiten in Bern

Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.